Erschienen in Ausgabe 1-2020Köpfe & Positionen

„Diversity smart einzusetzen, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Zukunft“

Von Michael Gold, Geschäftsführer Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland

Von Dr. Michael GoldVersicherungswirtschaft

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Der Begriff „Diversity“ ist eine Herausforderung: Zunächst bedeutet er  „Vielfalt“ und „Vielfältigkeit“. Dahinter steckt jedoch mehr, denn „Diversity“ meint den bewussten und respektvollen Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt. Sobald „Diversity“ aktiv gelebt wird, entfacht sich ein enormes Potenzial, das nicht nur begriffen, sondern auch genutzt werden sollte. In unserer globalisierten Welt unterscheiden sich Menschen und Lebensformen hinsichtlich Geschlecht, Alter, Kultur, körperlichen Einschränkungen, sexueller Orientierung, Religion und Weltanschauung. Dieser Verschiedenheit und Individualität sollte mit Akzeptanz, Anerkennung und Wertschätzung begegnet werden. Bedeutend ist, Gemeinsamkeiten zu entdecken sowie zusammen von Erfahrungen und Stärken zu profitieren. Der Motor in dieser Welt der Vielfalt sind vor allem der gesellschaftliche Wertewandel und der demographische Wandel. Auch der Arbeitsmarkt und die Belegschaften in Unternehmen sind keinen nationalen, ethischen oder religiösen Grenzen unterworfen und spiegeln die neue Vielfalt wieder. „Diversity“ smart einzusetzen, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Zukunft. Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, die eine Unternehmenskultur fördert, in der sich alle Mitarbeiter integriert fühlen und ihre Talente bestmöglich entfalten können, ist unerlässlich für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Die Versicherer als Arbeitgeber sehen ein breites Spektrum an Handlungsfeldern zur Förderung von „Diversity“ in der Branche. In den vergangenen Jahren hat sich bei den Versicherern viel getan. Die größten Erfolge konnten im Bereich „Gender Diversity“ erzielt werden. In der Versicherungswirtschaft ist der Frauenanteil vergleichsweise hoch. Insgesamt sind 53 Prozent der Innendienstmitarbeiter weiblich, dennoch sind Frauen in den Führungsetagen der Assekuranz noch unterrepräsentiert. Das soll sich in Zukunft ändern: Die Branche verfolgt gemeinschaftlich das Ziel, den Frauenanteil in Führungspositionen im Interesse der Chancengleichheit, aber auch der Wettbewerbsfähigkeit, signifikant zu steigern. 2013 wurde der AGV Branchenbeirat „Frauen in Führung“ gegründet. Mit dem ersten und einzigen Branchenbeirat dieser Art setzen die Versicherer als Arbeitgeber ein deutliches Zeichen. Die Versicherer sind aktiv tätig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl für Männer und Frauen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gewährleisten. Mehrere Studien zeigen, dass gemischte Teams in der Führungsriege bessere…