Lebengeschäft 2012 bis 2018 in zahlreichen Belangen rückläufig: Die Bruttobeiträge sanken um 1,6 Milliarden Euro, der APE-Neuzugang um 0,3 Milliarden Euro und der Bestand an Hauptversicherungen um mehr als fünf Millionen Stück. 
Lebengeschäft 2012 bis 2018 in zahlreichen Belangen rückläufig: Die Bruttobeiträge sanken um 1,6 Milliarden Euro, der APE-Neuzugang um 0,3 Milliarden Euro und der Bestand an Hauptversicherungen um mehr als fünf Millionen Stück. Quelle: StockSnap/ Pixabay
Erschienen in Ausgabe 1-2020Politik & Regulierung

Die Zukunft wird rosig, hoffentlich

Der deutsche Lebensversicherungsmarkt ist wettbewerbsintensiv. Einmalbeiträge haben zwar geholfen, doch konnte das Neugeschäft die Abgänge nicht kompensieren. Trotzdem sind einige Player beachtlich gewachsen. Wie sich der Markt verändert und wo sich Handlungsoptionen befinden.

Von Michael Klüttgens und Henning MaaßVersicherungswirtschaft

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Der deutsche Lebensversicherungsmarkt ist schon seit Jahren nicht mehr auf dem Wachstumspfad. Unstrittig ist aber: Der Bedarf an Altersvorsorge-Sparen sowie der Bedarf an der Absicherung von Erwerbseinkommen, Alterseinkommen und Hinterbliebenen ist hoch und wird auch in Zukunft wohl noch steigen. Bietet der Markt also genügend Potential für die rund 85 Lebensversicherer? Oder werden einige Unternehmen umdenken müssen, um von dem hohen Bedarf auch profitieren zu können?

Das Lebengeschäft der Jahre 2012 bis 2018 war in zahlreichen Belangen rückläufig: Die Bruttobeiträge sanken um 1,6 Milliarden Euro, der APE-Neuzugang um 0,3 Milliarden Euro und der Bestand an Hauptversicherungen um mehr als fünf Millionen Stück. Einige Versicherungsgesellschaften profitierten dennoch im Zuge dieser Entwicklung: So baute der Marktführer im genannten Zeitraum seine Marktanteile bei den Beitragseinnahmen um 7,5 Prozent aus, die Top 3 der Branche zusammen um 8,3 Prozent. Beim Neuzugang im Jahr 2018 legte der Marktführer im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent und die Top 3 um 4,1 Prozent beim Marktanteil zu. Die ersten Zahlen für 2019 deuten bereits an: zwar scheint sich der Markt insgesamt positiv entwickelt zu haben, aber der Löwenanteil des Wachstums entfällt auf die Marktführer.

Und wie es darüber hinaus um das Profitabilitätspotential der Branche bestellt? Die erhöhten Transparenzanforderungen für die Anbieter sowie eine älter und knapper werdende Kundschaft lässt die Verhandlungsmacht der Kunden steigen. Die demografische Entwicklung trifft auch auf Mitarbeiter und Vermittler zu, sodass auch deren Verhandlungsmacht als Zulieferer zunimmt und deren Preise steigen. Die strenger werdende Regulierung schreckt zwar vom Neueinstieg in den Markt ab, die Digitalisierung aber ermöglicht neue Konkurrenz an der Kundenschnittstelle. Zu allem Überfluss wird die Branche durch Ersatzprodukte wie die Deutschland-Rente oder Extra-Rente bedroht. Diese Faktoren führen zu erhöhter Wettbewerbsintensität und zu weniger Gewinnmöglichkeiten.

Insgesamt beobachten wir aber heute noch einen recht diversen Markt, in dem sich sehr große Marktführer sowie einige erfolgreiche mittelgroße und kleinere Gesellschaften tummeln. Letztere zeichnet in der Regel ihr Fokus auf einen einzigen Vertriebsweg und ihre Flexibilität aus, rasch auf Marktveränderungen zu reagieren. Zusätzlich existiert jedoch eine dritte Gruppe von Marktteilnehmern: jene, die gerne als Vollsortimenter für mehrere Vertriebswege agieren und…