Erschienen in Ausgabe 9-2019Trends & Innovationen

„Die deutsche Politik müht sich seit Jahren mit verschiedenen Rentenreförmchen ab“

Von Dr. Christine Bortenlänger und Donato Di DioVersicherungswirtschaft

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Wie stellen Sie sich eigentlich Ihre Rente vor? Im Liegestuhl am Strand unter Palmen? Vielleicht nicht ganz. Aber wer ein Leben lang gearbeitet hat, freut sich darauf, seinen Ruhestand zu genießen: flexibel und selbstbestimmt. Doch für viele Bürgerinnen und Bürger könnte diese Traumvorstellung eben jenes bleiben – ein Traum. Denn wer sich allein auf die gesetzliche Rente verlässt, wird die bittere Erfahrung machen, dass sie in vielen Fällen nicht mehr ausreicht. Wer im Alter gut leben will, muss sich deshalb rechtzeitig ein zweites Standbein aufbauen.

Vom Strand zurück nach Deutschland: Die deutsche Politik müht sich seit Jahren mit verschiedenen Rentenreförmchen ab, um den Menschen im Rentenalter zwar nicht den Traum vom Sandstrand, aber wenigstens einen auskömmlichen Lebensstandard zu ermöglichen. Sie gründet eine Rentenkommission und Arbeitskreise, verspricht den großen Wurf. Nach diversen Ankündigungen verliert sich die Politik dann aber im Klein-Klein, getreu dem Motto: Zwei Schritte vor und mindestens eineinhalb wieder zurück.

Die Folgen der Rentenmisere tragen letztlich die Jüngeren, und die sorgen sich schon heute massiv um ihre Rente. Sie fordern von den politisch Verantwortlichen jetzt zurecht Taten. 84 Prozent der 17- bis 27-jährigen sind davon überzeugt, dass eine gute Rente möglich ist, wenn die Politik entschiedener handelt, so die jüngsten Zahlen der Jugendstudie der Metallrente. Angesichts des demografischen Wandels müssen sich nicht nur die Jüngeren Sorgen machen: Schon heute ist die Finanzsituation der Rentenversicherung brenzlig. Und sie wird sich weiter verschärfen. Derzeit trägt der Steuerzahler über seine Rentenbeiträge hinaus mit 94 Milliarden Euro zur Stabilisierung der Rente bei. Das ist knapp ein Drittel des Bundeshaushaltes. Im Jahr 2022 wird der notwendige Zuschuss des Bundes zur Rentenversicherung 110 Milliarden Euro betragen.

Was also tun, um die Rente zu retten? Viele Deutsche wünschen sich einfache Lösungen, die am Ende mehr Rente bringen. Eine Vorsorge, bei der man sich entspannt zurücklehnen kann, mit hohen Erträgen, niedrigen Kosten und Flexibilität. Denn wer sich mit seiner Altersvorsorge beschäftigt hat, der merkt schnell: Das deutsche System ist komplex. Kein Wunder: Zwischen Riester, Rürup und den fünf Durchführungswegen in der betrieblichen Altersvorsorge verläuft man sich schnell im Dschungel der Altersvorsorge.

Dabei ist es gar nicht so schwer. Beispiele für gelungene Rentenreformen bietet das Ausland. In unserer…