Großes Netzwerk, hohe Fachkompetenz: Seit mehr als 12 Jahren ist Jan Hauke Krüger als Headhunter am Markt, seit 5 Jahren unter eigener Marke.
Großes Netzwerk, hohe Fachkompetenz: Seit mehr als 12 Jahren ist Jan Hauke Krüger als Headhunter am Markt, seit 5 Jahren unter eigener Marke.Quelle: JHK
Erschienen in Ausgabe 9-2019Unternehmen & Management

„Abwerben von bestimmten Kandidaten ist Tagesgeschäft“

Jan Hauke Krüger, auf die Versicherungsbranche spezialisierter Headhunter, über die speziellen Wünsche der Auftraggeber und die Kompetenzen der Bewerber

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Wie Sie sind dazu gekommen, Headhunter zu werden?

Speziell diese Tätigkeit kommt meinem Naturell sehr entgegen. Zudem war ich in verschiedenen beruflichen Bereichen langjährig als Führungskraft tätig, habe Spaß und Erfolg im Vertrieb, hohes Interesse am einzelnen Menschen und bin gerne Dienstleister.

Gibt es viele Headhunter, die sich auf Versicherungsunternehmen spezialisiert haben?

Es gibt ein paar, die sich spezialisiert haben. Gleichzeitig gehen manche Berater aus dem Markt, andere suchen sich weitere Geschäftsfelder. Unter denen, die sich langjährig erfolgreich positioniert haben, gibt es selten Berührungen. Oft sind es ganz persönliche, recht lange Geschäftsbeziehungen, manchmal sind mehrere Berater für das gleiche Unternehmen tätig, wenn auch in unterschiedlichen Projekten. Etwas aus der Zeit gefallen sind Aufträge, die von mehreren Beratern gleichzeitig bearbeitet werden. Meistens entscheidet der Charakter auf beiden Seiten, manchmal auch der situative Erfolg.

Wie sieht derzeit die Situation auf dem Stellenmarkt der Versicherungsbranche aus? Gibt es mehr Leute, die suchen als offene Stellen oder umgekehrt?

In der Gewerbe- und Industrieversicherung gibt es zunehmend mehr Vakanzen, die Menge an geeigneten Kandidaten ist meistens überschaubar. Auf der Kundenseite geht man damit zum Teil konstruktiv um, man zeigt sich flexibler. Auch wir als Berater nehmen die Marktverschiebungen wahr und adjustieren unsere Tätigkeitsbereiche. Mein Target ist der gesamte mittlere Bereich, die Tendenz geht aber zu hoch qualifizierten und gut bezahlten Fachkräften sowie verstärkt zu Führungskräften auf Entscheiderebene.

Haben Sie das Gefühl, dass die Auftraggeber vielleicht zu hohe Ansprüche haben und zu viel von den Kandidaten erwarten?

Dass unsere Branche eine hohe fachliche als auch vertriebliche Substanz braucht, ist unbestritten: die Komplexität inklusive der gesetzlichen Grundlagen ist enorm, der Vertrieb hat selbst innerhalb der Branche nicht den angemessenen Stellenwert (beides ist gut am Scheitern vieler Start-ups zu beobachten). Flexible Unternehmen behelfen sich, indem sie in die Qualifizierung on-the-job investieren, sei es bei aktuellen oder neuen Mitarbeitern. Einige Profile sind selten, manche Region/Profil/Gehalts-Kombination ist, jedenfalls zurzeit, wirklich rar.

Grundsätzlich: Muss das mittlere Management besser ausgebildet sein für die heutigen Anforderungen?

„Heutige Anforderungen“ sind auch nur ein Zwischenergebnis von sich verändernden Situationen, weder ist…