Quelle: HDI
Erschienen in Ausgabe 8-2019Politik & Regulierung

„Zwei, drei Haustarifverträge werden sicherlich nicht reichen“

Patrick Dahmen, Vorstandsvorsitzender HDI Leben, über Ertragspotenziale im Sozialpartnermodell und Perspektiven für die Altersvorsorge

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Nach anderthalb Jahren Betriebsrentenstärkungsgesetz ist immer noch kein Sozialpartnermodell (SPM) in Sicht. Was können die Versicherer tun, damit das SPM doch noch ein Erfolg wird?

Patrick Dahmen: Wir glauben sehr stark an das SPM, sind aber auch überzeugt, dass es dafür einen langen Atem braucht. Denn zunächst müssen die Sozialpartner jeweils einzeln überzeugt werden. Dann müssen sie entsprechende Tarifverträge schließen – und dann müssen es die Unternehmen umsetzen. Da gibt es zwar einige Hürden, aber im Ausland klappt es. Warum also nicht auch in Deutschland? Man muss sich dem Thema sukzessive nähern über Haustarifverträge, weil man dort nur mit einem Unternehmen im Gespräch ist. Wir nehmen an solchen Ausschreibungen teil. Meiner Information nach sind zurzeit drei Ausschreibungen zu Haustarifverträgen im Markt. Wir sind bereits in intensiven Gesprächen mit Unternehmen und Sozialpartnern, um über Haustarifverträge und Branchenlösungen zu verhandeln. Für die „Deutsche Betriebsrente“ haben wir uns zu einer Konsortiallösung mit der Zurich entschieden und setzen dabei auf weitere Partner wie den Technologieanbieter xbAV. Die „Deutsche Betriebsrente“ ist angebotsfähig.

Das hört sich im Wesentlichen nach Abwarten an, oder?

Nein, wir können als Versicherer aktiv die Vorteile des SPM – schlichtweg die höhere Rente – kommunizieren. Wegen der größeren Freiheit der Kapitalanlagen kann das SPM chancenorientierter und damit ertragsreicher anlegen. In der Regel läuft dies auf eine Anlage von 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen bei einer auf durchschnittlich 10 Prozent begrenzten Volatilität hinaus. Das ist rentierlicher als der klassische Deckungsstock. Wir Lebensversicherer können dabei unser Geschäftsmodell der Glättung von Ertragsschwankungen durch die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) und freie RfB anwenden. Im Modell „Die Deutsche Betriebsrente“ glättet der kollektive Puffer Ertragsschwankungen und hilft Rentenkürzungen zu vermeiden. Dabei wird es für den Kunden deutlich kostengünstiger dank Opting-out-Optionen und Digitalisierung.

Diese Vorteile führen im Ergebnis zu höheren Renditen, die natürlich Schwankungen unterworfen sein können. Aber: Wir haben 1.000 Szenarien berechnet. Im Ergebnis schafft in 96 Prozent aller Kapitalmarktszenarien unsere SPM-Lösung „Die Deutsche Betriebsrente“ eine höhere Rentensumme als der Durchschnitt der bei „Morgen & Morgen“ gelisteten Top-10-Anbieter von bAV-Garantieprodukten.

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