Mobilität auf neuen Wegen: „Alle Konzepte stehen unter der Klammer der Mitarbeiterzufriedenheit und der Gesundheitsförderung“, sagt Johannes Auge, von B.A.U.M. Consult aus Hamm
Mobilität auf neuen Wegen: „Alle Konzepte stehen unter der Klammer der Mitarbeiterzufriedenheit und der Gesundheitsförderung“, sagt Johannes Auge, von B.A.U.M. Consult aus HammQuelle: Volkswagen
Erschienen in Ausgabe 8-2019Märkte & Vertrieb

Trendwende

Flottenversicherer müssen aufpassen. Unternehmen starten immer stärker ein umfassendes betriebliches Mobilitätsmanagement. Alle alten Strukturen werden auf den Prüfstand gestellt – auch die Assekuranz.

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Wer beim totalen betrieblichen Mobilitätswandel nicht flexibel reagiert, könnte schnell zu dem Verlieren gehören. Viele inner- und außerbetriebliche Gründe zwingen die Unternehmen derzeit zu einer echten betrieblichen Mobilitätswende. Noch gibt es in Unternehmen mit Flotten eine gewisse Tradition: Die Flotte wird bald grün werden. Aber es gibt sie noch. Statt Dieselfahrzeuge, werden künftig immer mehr Hybrid- und Elektrofahrzeuge das Bild der Dienst- und Firmenfahrzeuge bestimmen. Diese Energiewende ist im Bewusstsein deutscher Fuhrparkmanager angekommen. Das geht aus der jetzt veröffentlichen Studie Arval Mobility Observatory (AMO) hervor. Demnach planen rund 35 Prozent der befragten Firmen, Hybrid-Fahrzeuge zu nutzen oder in die Flotte zu integrieren.

Der Wert ist gegenüber früheren Umfragen deutlich gestiegen. Rund 56 Prozent der befragten Manager haben schon Strategien entwickelt, um den CO2-Ausstoß ihres Fuhrparks zu reduzieren. Laut dem Analyseunternehmen Dataforce boomt der deutsche Flottenmarkt weiterhin. So verzeichnet das Unternehmen für Mai 2019 ein Plus von 17,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat für Flottenfahrzeuge, während die der private Sektor mit 0,7 Prozent im Minus steht.

Doch künftig werden bei vielen Unternehmen Mobilitätsalternativen eine immer größere Rolle spielen, was die Versicherer deutlich Geschäft kosten kann. So gaben in der AMO-Untersuchung 27 Prozent der deutschen Unternehmen an, dass sie Fahrgemeinschaften eingeführt haben oder einführen wollen, bei Carsharing liegt der Wert bei 24 Prozent. Aber auch die neuen E-Scooter könnten eine bedeutende Rolle bei der Mitarbeitermobilität spielen. Die batteriebetriebenen Zweiräder haben besondere Fähigkeiten: Klein, leicht und faltbar erlauben sie ihren Besitzern, den öffentlichen Nahverkehr mit der „letzten Meile“ zum Zielort zu verknüpfen. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gilt der Versicherungsschutz auch dann, wenn E-Roller verliehen werden. Das dürfte auch für gewerbliche Sharing-Programme gelten. Poolroller müssen dann aber als Gewerbefahrzeuge versichert werden. Hier sollten Versicherer auch bei Flottenkunden eine aktive Rolle spielen. Wer beispielsweise als Vermieter-Plattform jede Art von Mobilität bieten kann, ist künftig der erste Ansprechpartner für Unternehmen.

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