Erschienen in Ausgabe 8-2019Trends & Innovationen

„Medienkompetenz gehört in den Stundenplan von Jugendlichen“

Kommentar

Von Richard RennerVersicherungswirtschaft

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Jumpin’ Jack Flash” ist nicht nur ein Hit der Rolling Stones, sondern auch der Titel eines Agentenfilms aus dem Jahr 1986. Ein im damaligen Ostblock festsitzender Geheimdienstagent bittet über einen amerikanischen Banken-Chatroom um Hilfe. Computer und IT, damals vorrangig in Rechenzentren von großen Konzernen und in der Finanzindustrie vorzufinden, spielten im Alltag eine nachrangige Rolle - schon gar nicht in kleinen Unternehmen. Hackerangriffe und Schadprogramme waren dementsprechend unbekannt. Mehr als 30 Jahre später hat sich die Lage radikal geändert. IT-Anwendungen sind nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken und haben die Gesellschaft voll durchdrungen. Mit per App buchbaren E-Scootern, Smart-Home-Installationen und möglicherweise Flugtaxis, hat die Digitalisierung ihre nächste Raketenstufe gezündet und verändert nicht nur das Straßenbild, sondern die Welt, in der wir leben.

Was sich jedoch nicht verändert hat, ist das Bewusstsein für Cyberrisiken, das häufig auf die eigenen persönlichen Daten reduziert wird. Laut einer Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey denken knapp 82 Prozent der Deutschen, dass die Gesellschaft nicht genug auf die Digitalisierung vorbereitet sei. Doch genügt diese Einsicht für eine nachhaltige Veränderung? Wollen die Menschen ihre neue Rolle verstehen und annehmen?

Hacking ist kein Randgruppenthema

Wenn eines im Jahr 2019 klar sein sollte, dann dass mit der Digitalisierung auch Cyberkriminalität zu einem gesellschafts- und branchenübergreifenden Problem geworden ist. Hacking ist kein Randgruppenthema mehr mit dem sich „Nerds” beschäftigen, die große Konzerne vorführen wollen. Politische und insbesondere wirtschaftliche Interessen sind die heutigen Motive von Cyberkriminellen, aber auch von Regierungen. So warnen Verfassungsschützer regelmäßig vor Hackergruppen, die aus politischen Gründen gezielt destabilisierende Angriffe gegen regierungsnahe Institutionen und Behörden durchführen. Oder sie dringen mit dem Ziel der Wirtschaftsspionage in die IT von Unternehmen ein. Hier geraten vor allem mittelständische Unternehmen, die 99 Prozent der deutschen Wirtschaft ausmachen, in den Fokus von Hackergruppen. Eine geringe Vorbereitung, fehlende professionelle Strukturen und eine mangelnde Sensibilität der Mitarbeiter für Cyberrisiken, machen den Mittelstand zu einer Risikogruppe für Cyberangriffe. So finden laut Umfrage des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 70 Prozent aller erfolgreichen…