Eiopa-Zentrale Frankfurt am Main
Eiopa-Zentrale Frankfurt am MainQuelle: Eiopa
Erschienen in Ausgabe 8-2019Köpfe & Positionen

Lust auf Erneuerung 

Fachexperten über profitable Geschäftsmodelle und harte Programme

Von VW-RedaktionVersicherungswirtschaft

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Drei Jahre nach Einführung von Solvency II ist die Zeit für eine Überarbeitung des Regelwerks gekommen. Auf Basis von im Dezember 2018 an die Interessenvertreter versandten Fragebögen zu Solvency II und deren Verbesserungsvorschlägen startete die Eiopa zur Vorbereitung der Review 2020 im Juli eine erste Konsultationsrunde. Deren Ergebnisse waren Thema einer öffentlichen Diskussionsrunde über die Berichts- und Offenlegungspflichten der Versicherungsunternehmen und Pensionskassen. Ziel ist eine Verbesserung und sowie eine weitere EU-weite Harmonisierung der damit verbundenen Prozesse, wie Ana Teresa Moutinho, Head of the Eiopa Supervisory Processes Department, ausführte.

 

Dass eine Überarbeitung des bestehenden Regelwerks notwendig ist, bestätigte auch Dominik Zank, der als Repräsentant der Bafin das Thema aus nationaler Sicht behandelt. Er habe aus zahlreichen Rückmeldungen und Kritiken der Unternehmen den Eindruck gewonnen, dass die bisherigen Anforderungsvorlagen in vielen Fällen nicht verhältnismäßig seien. Da gäbe es bei den Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds ein recht klares Meinungsbild. Im Zentrum der Debatte stehen dabei auch die Zeiträume bzw. Deadlines der regelmäßigen Quartals- und Jahresberichte sowie Ausnahmeregelungen nach Artikel 35, der den verantwortlichen nationalen Behörden erlaubt, für Unternehmern Ausnahmen bis zu einem Marktanteil von 20 Prozent zuzulassen. Er plädiere dafür, den Artikel insgesamt beizubehalten, zugleich aber weiterzuentwickeln und neue Instrumente einzuführen. Auch könne man bestimmte Formulare ganz streichen. Es sollten damit niedrigere Hürden für die Erstellung der Reports und zugleich mehr Vergleichbarkeit erreicht werden.

 

Die Eiopa hat, wie Moutinho bekannt gab, im ersten Schritt eine Reihe von Vorschlägen zur Überarbeitung von Solvency II erarbeitet, u.a. die Beibehaltung der Deadlines für die Quartalsberichte aber eine Fristverlängerung der Jahresberichte um zwei Wochen. Ferner die Streichung, Vereinfachung, Überarbeitung bzw. Harmonisierung einer Reihe von QRT (Quantitative Reporting Templates), Einführung neuer Berichtsformulare für den zunehmend an Bedeutung gewinnenden Bereich Cyber Risks sowie strukturelle Verbesserungen für die Reports zu Solvabilität und finanzieller Situation (SFCR). Dabei sollen die Berichte sowohl für die Fachöffentlichkeit als auch speziell in verständlicher Form für die Versicherungsnehmer abgefasst sein und diesen zum Beispiel auf der Unternehmenswebsite zur Verfügung…