Erschienen in Ausgabe 8-2019Unternehmen & Management

Kein Beinbruch

Swiss Re bläst IPO von Reassure ab und liebäugelt mit einem direkten Verkauf

Von Philipp ThomasVersicherungswirtschaft

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Swiss Re lässt den geplanten Börsengang seiner Tochtergesellschaft ReAssure platzen. Die Aussetzung des IPO sei eine Folge der gestiegenen Zurückhaltung und der schwächeren Nachfrage großer institutioneller Investoren am britischen Primärmarkt, verkündete der Rückversicherer. Zuvor war am Markt eine mögliche Verschiebung des Börsengangs bereits gerüchteweise herumgereicht worden. Man halte am Ziel fest, die Beteiligung am britischen Versicherungsdienstleister zu reduzieren und zu dekonsolidieren, wie Finanzchef John Dacey mitteilte. Der Börsengang des Unternehmens war lange geplant. Schon im August 2018 hatte Swiss Re damit geliebäugelt, während man sich gleichzeitig die Tür für einen allfälligen Verkauf des Geschäfts offen gehalten hatte. Man habe zudem gehofft, den Verkaufserlös von Pfund in Schweizer Franken konvertieren zu lassen, bevor der Euro-Pfund-Kurs sich nach dem Brexit drastisch verschlechtert.
Derzeit gehören Swiss Re noch 75 Prozent der auf Run-Off-Lebensportfolios ( closed life book consolidator) spezialisierten Gesellschaft, die übrigen 25 Prozent liegen seit 2018 bei der japanischen MS&AD Insurance Group Holdings Inc. Anscheinend liegt das Dilemma von Swiss Re, darin dass ein weiteres kapitalintensives Wachstum von ReAssure die Kostensätze schrumpfen ließ, andererseits aber die mehrheitliche Beteiligigung allzuviel an Solva-Bedarf unter dem für das Stammhaus relevanten Swiss Solvency Test auslöst. Grund für das Engagement im Bereich Lebens-run-off war einst die fehlende Korrelation der Ergebnisse, mit denen unter dem Stammgeschäft und die daraus entstehende synergetische Einsparung von Solva-Mitteln gewesen. Dies scheint nun nicht mehr zu gelten.
Konkurrent von ReAssure ist die von Sir Clive Cowdery gegründet und nach wie vor als Executive Chairman kontrollierte Resolution. Derzeit wird die im Jahr 2018 eingefädelte Veräußerung des Lebensgeschäfts der australischen AMP an Resolution abgewickelt. AMP erhält 3,3 Mrd. Australische Dollar an Kaufpreis, davon 1,1 Mrd. Australische Dollar in Form einer ca 20%igen Beteiligung an Resolution, woraus sich eine seinerzeitige Bewertung von Resolution von 5,5 Mrd. Australische Dollar errechnet.