Erschienen in Ausgabe 8-2019Schlaglicht

Kapitalanlage mit gutem Gewissen    

Nachhaltige Investmentfonds nah betrachtet

Von Peter HermannVersicherungswirtschaft

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Unter Anlegern hat es sich herumgesprochen: Mit Nachhaltigkeitsfonds kann man nicht nur menschlichere, umweltschonendere oder klimaschützende Tendenzen unterstützen, sondern es lassen sich auch noch höhere Renditen erzielen als mit herkömmlichen Geldanlagen. Das hat zur Folge, dass der Markt heute zahlreiche Finanzprodukte mit den unterschiedlichsten Ansätzen bietet. Und wenn immer dem so ist, hat der Kunde bzw. der Anleger die Qual der Wahl. Dabei muss sich dieser nicht nur zwischen verschiedenen Weltregionen oder Staaten entscheiden, sondern auch, ob er beispielsweise lieber den Atom- oder Kohleausstieg unterstützen oder etwas gegen Kinderarbeit oder Tabak- und Alkoholkonsum unternehmen möchte. Nachhaltigkeit oder ESG (Environment, Social, Governance – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) ist mittlerweile aus der Finanzwelt nicht mehr wegzudenken. Die Fondsgesellschaft DWS hat eine Reihe von ESG-Kriterien systematisch aufgeführt:

Environmental (Umwelt)

  • Effizienter Umgang mit Energie und Rohstoffen
  • Wahrung natürlicher Lebensräume
  • Investition in erneuerbare Energien
  • Reduktion von CO2-Emissionen
  • Vermeidung von Tierversuchen, etc.

Social (Soziales)

  • Einhaltung von Arbeitsrechten
  • Nichtdiskriminierungs-Gebot
  • Faire Arbeitsbedingungen, angemessene Entlohnung und Förderung von Aus- und Weiterbildungschancen
  • Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit, etc.

Governance (Unternehmensführung)

  • überzeugende, qualifizierte Aufsichtsratsbesetzung
  • angemessene und transparente Vorstandsvergütung, die auf langfristige und nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist
  • Stärkung der Aktionärsrechte, etc.

Ende 2017 hat die Ratingagentur Scope eine Studie mit dem Titel „Nachhaltige Investmentfonds - Vom Nischenthema zum Megatrend“ veröffentlicht. Darin stellte Andreas Feiner, Head of ESG Research bei Arabesque Asset Management, fest: „Nachhaltigkeit hat heute einen anderen Stellenwert, weil immer mehr Investoren überzeugt sind, dass Investments in nachhaltige Unternehmen nicht nur gut fürs Gewissen sind, sondern auch für die Performance. Mit anderen Worten: Nachhaltige Unternehmen weisen langfristig höhere Ertragspotenziale und bessere Risiko-Rendite- Profile auf als Unternehmen, deren Nachhaltigkeitsprofil weniger stark ausgeprägt ist. Dieser Zusammenhang ist mittlerweile durch zahlreiche Studien belegt.“

ESG-Ansätze sind teilweise äußerst vielschichtig und kaum miteinander vergleichbar

Für nachhaltige Investments gibt es nach wie vor keine allgemeingültige…