Versicherungswirtschaft: 07/2019
8-2019
Briefing
Bilanzen

Provinzial Nordwest

Die Provinzial NordWest ist im Geschäftsjahr 2018 gruppenweit um 3,4% auf 3,46 Mrd. Euro Bruttobeitrag gewachsen. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich um gut ein Viertel auf 137,7 (109,6) Mio. Euro. Der Konzernergebnis vor Steuern stieg zwar um 10% auf 156,0 Mio. Euro, nach Steuern waren es mit 70,1 Mio. Euro 3,4% weniger. Die versicherungstechnischen Rückstellungen f.e.R. wurden um 0,6% auf 22,1 Mrd. Euro aufgestockt.
Die Holding schüttet an die Aktionäre (Landschaftsverband Westfalen-Lippe über eine Tochter sowie die Sparkassenverbände Westfalen-Lippe, Schleswig-Holstein und Ostdeutscher ) 55 (50) Mio. Euro Gewinn aus und trägt weitere 50 Mio. Euro Gewinn auf neue Rechnung vor.
Die traditionelle Bilanzpressekonferenz entfiel – wie bei der Provinzial Rheinland, mit der es Fusionsgespräche gibt. Im Geschäftsbericht gibt es zur Fusion nur wenig Neues: Der 2018 eingeleitete Due Diligence-Prozess und die vergleichende Bewertung der beiden Unternehmensgruppen seien im ersten Quartal 2019 fortgeführt worden. Angestrebt wird eine Fusion rückwirkend zum 1. Januar. Im Zahlenwerk 2018 hat sich die Fusionsabsichten in einem Anstieg der sonstigen Aufwendungen niedergeschlagen. So haben sich die Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes in der Holding auf 27,8 (18,6) Mio. Euro erhöht; im Konzern waren es 37,0 (28,1) Mio. Euro.
Die Süddeutsche hatte vor Wochen berichtet, dass die Verhandlungen stockten, weil sich die Eigentümer eben nicht auf ein Bewertungsverhältnis einigen können bzw. mit dem Ermittelten die rheinischen Kommunen unzufrieden sind. Danach wäre die Rheinische Provinzial nämlich weniger wert als die Provinzial Nordwest. Die beiden öffentlichen Versicherergruppen haben insgesamt sieben verschiedene Eigentümer, die bereits mehrere Anläufe für eine Fusion genommen haben. An der Bewertungsfrage scheiterte es schon mindestens ein Mal.
Die drei Kompositgesellschaften (Westfälische Provinzial Versicherung AG, Provinzial Nord Brandkasse AG, die Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG) steigerten die Beitragseinnahmen um 3,1% auf 2,01 Mrd. Euro. Wachstumstreiber war unter anderem die Wohngebäudeversicherung (+ 5,7%), die von Beitragsanpassungen, Deckungserweiterungen und höheren Versicherungssummen profitierte. Das Kraftfahrtversicherungsgeschäft wuchs infolge von mehr Flottengeschäft sowie Mehrbeiträgen durch Tarifanpassungen um 2,9% auf 565,2 Mio. Euro Bruttobeitrag und erzielte eine Combined Ratio von 96%.
Die bilanziellen Bruttoschadenaufwendungen in der Schaden- und Unfallversicherung erhöhten sich vor allem aufgrund der Schadenbelastung durch das Orkantief „Friederike“ um 16,4% auf 1,4 Mrd. Euro. Infolgedessen stieg auch die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) auf 95,0 (87,2)%, lag aber noch auf Marktniveau. Im Nachgang des Orkantiefs wurden rund 135.000 Schäden mit einem Bruttoschadenaufwand von rund 170 Mio. Euro gemeldet. Für die Provinzial NordWest ist das Orkantief „Friederike“ das größte Sturmereignis seit „‚Kyrill“ 2007. Das versicherungstechnische Bruttoergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung schrumpfte auf 70,6 (219,8) Mio. Euro. Dank eines eigenem Bekunden nach „passgenauen“ Rückversicherungsprogramm und der Auflösung von Schwankungsrückstellungen von 22,3 (Vj: Zuführung 49,0) Mio. Euro verbesserte sich das versicherungstechnische Nettoergebnis des Konzerns in der Schaden- und Unfallversicherung aber um 21,1% auf 127,0 Mio. Euro. Die Provinzial Nord Brandkasse war von „Friederike“ nicht betroffen und erzielte mit 48,4 (26,2) Mio. Euro das höchste versicherungstechnische Bruttoergebnis in ihrer Unternehmensgeschichte.

Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG (in Mio. Euro, HGB)20182017
Beitragseinnahmen (brutto)1.4641.406
Neugeschäft (Beitragssumme)2.4072.398
Stornoquote*3,70%3,60%
Verwaltungskosten-Quote 2,50%2,50%
Abschlusskosten-Quote** 5,60%6,00%
Kapitalanlagen19.69919.617
Nettoverzinsung 3,00%3,80%
Gewinn (nach Steuern)1111
* auf den mittleren Bestand der Kapitalversicherungen nach laufendem Beitrag bezogen.
** bezogen auf die Beitragssumme des Neugeschäfts.

Die Ende 2017 eingeführte fondsgebundene „GenerationenDepot Invest sorgten nach Unternehmensangaben bei der Provinzial NordWest Lebensversicherung für eine marktüberdurchschnittliche Entwicklung von Beitragseinnahmen und Neugeschäft. 61% des Neugeschäfts in Leben zeichnen die Sparkassen, 35% die eigenen Agenturen und nur 4% Makler und sonstige (in Komposit ist die Verteilung: 13%, 54 % und 32%). Von den Gesamtbeitragseinnahmen von 1,46 Mrd. Euro (+4,1%) entfielen 529,4 (470,0) Mio. Euro auf Einmalbeitragseinnahmen. Diese baute der öffentliche Versicherer mit einem Plus von 12,6 % stärker aus als der Markt, der hier um 8,3% wuchs. Das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag wuchs überdurchschnittlich um 2,7% auf 78,1 (76,1) Mio. Euro. Dabei entfielen 82,2 (76,7)% der Beitragssumme des Neugeschäfts auf Fonds- und Hybridprodukte sowie auf Produkte zur Absicherung von biometrischen Risiken. Nach Unternehmensangaben hat sich diese Geschäftsentwicklung 2019 fortgesetzt. Im ersten Quartal 2019 seien sowohl die Einmal- als auch die laufenden Beiträge in der Lebensversicherung „erneut kräftig“ gestiegen, wird mitgeteilt.
Der Zinszusatzreserve (ZZR) wurden 110,8 (346) Mio. Euro zugeführt, die fast vollständig aus dem Kapitalanlageergebnis stammen. Dank der Korridormethode mussten weniger stille Reserven zur Finanzierung der ZZR aufgewendet werden, was sich auch an der Nettoverzinsung zeigt (siehe Tabelle). Ohne die gesetzliche Änderung der Berechnungsmethode hätten der ZZR nach Unternehmensangaben 430 Mio. Euro zugeführt werden müssen. Die ZZR erreicht inzwischen 1,486 (1,375) Mrd. Euro.
Aus dem Rohüberschuss nach Steuern von 104,3 (29,7) Mio. Euro wurden 118,8 (32,3) Mio. Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt, die danach 796,7 (819,96) Mio. Euro erreicht. Der Lebensversicherer hat eine Solvenzquote von 705 (498)% mit Rückstellungstransitional und Volatilitätsanpassung; ohne Hilfen wären es 392 (322)%. lie

Concordia Versicherungen

Die Concordia Versicherungen, die sich nach dem Verkauf ihrer beiden polnischen Töchter an die italienische Generali ganz auf ihr inländisches Kerngeschäft konzentriert, hat im Geschäftsjahr 2018 ein solides Ergebnis erzielt. Auch die  Geschäftsentwicklung war zufriedenstellend. Die Beitragseinnahmen des Konzerns waren zwar wegen des Wegfalls des Polen-Geschäfts rückläufig - 798,2 Millionen Euro nach 885,2 Mio. Euro im Vorjahr -, ohne diesen Sondereffekt wurde jedoch ein Anstieg der Beiträge um 2,8 Prozent verbucht. Der Jahresüberschuss wird konzernweit mit 30,8 (Vj.: 39,7) Mio. Euro ausgewiesen; im Vorjahr hatte bei der zum Verkauf angehübschten polnischen Sachversicherungstochter ein Rekordgewinn von 8,2 Mio. Euro zu Buche gestanden. Die unternehmensinternen Konzernziele zu Wachstum, Ertrag und Kosten wurden erneut alle übertroffen. An dem Erfolg 2018 werden daher die Mitarbeiter über eine garantierte Gratifikation hinaus (0,3 Gehälter) mit einer Sonderzahlung von 0,4 (0,3) Gehältern beteiligt.
Die Mutter Concordia Versicherungs-Gesellschaft a.G., die das Kompositgeschäft verantwortet, hat 2018 bei den Beitragseinnahmen mit einem Plus von 4,7% auf 561,8 Mio. Euro erneut überdurchschnittlich zugelegt. Alle Sparten haben zu der positiven Entwicklung beigetragen. Wachstumstreiber waren die Sparten Sach (+7,1%), Rechtsschutz (+6,2%) und Unfall (+3,3%), aber auch die größte Sparte Kraftfahrt zeigte mit +2,7% eine positive Entwicklung. Die Schadenbelastung fiel vor allem wegen der Stürme „Burglind" und „Friederike" am Jahresbeginn deutlich höher als im Vorjahr aus.  Gleichzeitig stieg auch der durchschnittliche Schadenaufwand. Die bilanzielle Schaden-/Kostenquote brutto lag bei 95,1 (94,0) Prozent. Unter Berücksichtigung des Abwicklungergebnisses verbesserte sich die Combined Ratio netto leicht auf 96,1 (96,6)%. Nach Zuführung von 6,2 (4,9) Mio. Euro zur Schwankungsrückstellung ergibt sich ein vericherungstechnischer Gewinn von 11,3 (10,7) Mio. Euro. Im Umfeld niedriger Zinsen und negativer Entwicklungen an den Aktienmärkten wird ein Kapitalanlageergebnis von 50,1 (37,3) Mio. Euro ausgewiesen – eine Folge des bei der Concordia Holding realisierten Gewinns aus der Veräußerung der polnischen Beteiligungsgesellschaften.  Unter dem Strich steht ein Jahresüberschuss von 35,5 (27,0) Mio. Euro, der in die Gewinnrücklagen geht.

Concordia Versicherungen (in Mio. Euro)20182017
Beitragseinnahmen (brutto)798,2885,2
– davon in Leben+Kranken235,5252,7
– davon in Komposit559,0624,7
Neugeschäft Leben (Beitragssumme)199,9212,7
Schaden-Kosten-Quote 96,1%96,6%
Zahl der Vollversicherten (Personen) 1262811733
Kapitalanlagen3685,73643,0
Ergebnis aus Kapitalanlagen105,8131,9
Versicherungstechnisches Ergebnis (f.e.R.)24,228,9
Gewinn (nach Steuern)30,8 39,7

Die Concordia oeco Lebensversicherungs-AG weist in dem schwierigen Umfeld ebenfalls eine solide Geschäftsentwicklung auf. Die gebuchten Beiträge verringerten sich um 3,2 Prozent auf 174,0 Mio. Euro. Während die Einmalbeiträge erneut rückläufig waren (27,1 nach 33,2 Mio. Euro), konnte bei den laufenden Beiträgen wieder ein leichter Zuwachs auf 146,9 (146.6) Mio. Euro verzeichnet werden. Obwohl die Zuführungen zur Zinszusatzreserve mit 17,6 Mio. Euro deutlich geringer als im Vorjahr (31,8 Mio. Euro) ausfielen, mussten erneut Bewertungsreserven realisiert werden. Das Kapitalanlagenergebnis  schrumpfte deutlich auf 69,1 (84,0) Mio. Euro. Der Jahresüberschuss in Höhe von 5.0 (3,0) Mio. Euro wurde zur weiteren Stärkung der Solvabilität dem Eigenkapital zugeführt. Dieses macht mit nunmehr 53,3 Mio. Euro rund 30,6% der gebuchten Beiträge aus.
Die Concordia Krankenversicherungs-AG konnte wegen des stark um 17,9% gewachsenen Neugeschäfts mit 61,3 Mio. Euro insgesamt 5,2% mehr Beiträge einnehmen und erreichte den Angaben zufolge damit das Dreifache des Marktdurchschnitts. Beitragsanpassungen spielten kaum eine Rolle. Sowohl die Zahl der Vollversicherten (+7,6%) als auch die der Zusatzversicherten (+2,2%) sind gestiegen.  An die Kunden wurde deutlich mehr ausgezahlt als im Vorjahr, nämlich 31,5 nach 26,3 Mio. Euro. Die Schadenquote liegt mit 73,1 (70,3)% aber weiter unter Branchendurchschnitt.
Oberstes Ziel der Concordia bleibt auch im laufenden Jahr die konsequente Gewährleistung der Eigenständigkeit. Diesem Ziel dienen eine ertragreiches Wachstum sowie der Ausbau der Sicherungsmittel. Für 2019 wird im Konzern ein Beitragswachstum von etwa 3,3% erwartet. Das Ergebnis dürfte wegen des Wegfalls des aus dem Verkauf der polnischen Töchter erzielten Veräußerungsgewinnes unter dem Vorjahreswert liegen. cs

DEVK

Die DEVK-Versicherungen wollen 2019 mit aktiver Rück- und innerdeutschem Schaden- und Unfallversicherung deutlich schneller als der Markt wachsen. „Eine Größenordnung von 5% Plus ist durchaus im Bereich des Möglichen“, sagte Vorstandschef Gottfried Rüßmann Mitte Juni in der Bilanzpressekonferenz. Im Gj 2018 war das Neugeschäft mit gruppenweit 808 Mio. Euro Neugeschäftsbeitrag um 3, % höher als im Vorjahr. Nach Stückzahl wuchs das Neugeschäft um 0,4% auf 1,8 Mio. Abschlüsse. Die Zahl der versicherten Risiken und Verträge erhöhte sich um 1,3% auf 14,7 Mio. Die Bruttobeiträge der DEVK-Gruppe, die neben dem Sach- und HUK-Versicherungsverein (siehe Tabelle) auch noch den Lebensversicherungsverein einbeziehen, erhöhten sich um 3,5% auf rund 3,5 Mrd. Euro.
Das Neugeschäft der ersten vier Monate 2019 liege um 20% über dem Vorjahresniveau. Rüßmann schreibt das Plus „der guten Anbündelung von Kraftfahrtgeschäft an andere Sparten zu“. Hier habe man die Vermittler mit technischen Hilfsmitteln und Motivation (in Form entsprechender Rabatte und Provisionen) unterstützt. Im Jahreswechselgeschäft 2018/19 gewann die mit 2,93 Mio. Kraftfahrtrisiken (ohne unterjährige Verträge, ohne Mofas) Nummer fünf unter den deutschen Kraftfahrtversicherern 11.648 Verträge hinzu. Dahinter steckt ein Neugeschäft von 115.795 Verträgen und 104.147 Kündigungen. In K liegt die Combined Ratio mit 98,3 (99,3)% zwar unter dem Vorjahr, aber über dem Marktdurchschnitt von 96%.
Nachdem in der vorherigen Saison rund 40.000 Verträge verloren gegangen waren, hatte die DEVK im Frühjahr 2018 einen Tarif mit einem Preisabrieb von 3 bis 4% auf den Markt gebracht, der seither durchgehalten wird. „K geht nur über den Preis“, so Rüßmann. „Etwas über 70%“ des Wechselgeschäfts kommt bei den Kölnern über Check24. Impulse sollen auch neue Produkte wie etwa die seit Mai angebotene Fahrerschutzversicherung bringen, deren Besonderheit ist, dass sie personen- und nicht fahrzeugbezogen ist. Seit Juni werden E-Scooter für Privatnutzer versichert. Zudem wurde eine Kooperation mit dem schwedischen Tretroller-Anbieter Voi geschlossen, der zunächst in Berlin und dann in weiteren Großstädten Mietgeräte anbieten will. Zielmarke für 2019 sind bereits 200.000 Fahrzeuge.  Ab Juli will die DEVK eine Fondsrente an den Markt bringen. Geplant sind drei Varianten mit unterschiedlichen Zielrenditen von drei, fünf und sieben Prozent, die dann entsprechend hoch in Aktienfonds investieren.

DEVK Sach- und HUK-Versicherungsverein (in Mio. Euro, HGB)20182017
Beitragseinnahmen (brutto) *3.1273.007
– davon in Leben792820
– davon in Komposit *2.4252.296
– davon in Kranken *8988
Neugeschäft Leben (Beitragssumme)1.3601.384
Schaden-Kosten-Quote *93,90%95,40%
Zahl der Vollversicherten (Personen) *1.4241.424
Kapitalanlagen *13.01412.375
Ergebnis aus Kapitalanlagen *162202
Versicherungstechnisches Ergebnis (f.e.R.)*14440
Gewinn (nach Steuern)*8271
*ohne DEVK Lebensversicherungsverein a. G.

Die über die DEVK Rückversicherungs- und Beteiligungs-AG (DEVK-B)und die Schweizer Tochter Echo Rückversicherungs-AG betriebene Rückversicherung wuchs 2018 im Fremdgeschäft um gut 20 % auf 382,5 Mio. Euro Bruttobeitrag. 2019 sollen hier rund 450 Mio. Euro gezeichnet werden. Die Rückversicherung macht bereits 11,1 (9,5)% der Bruttobeiträge des Konzerns aus. „Diese Entwicklung soll sich kontinuierlich fortsetzen, ohne dass wir hier übermäßigen Risiken eingehen wollen“, sagte Rüßmann. Zum Beweis der vorsichtigen Zeichnungspolitik wird auf eine Ablehnungsquote von 35 % bei US-Risiken verwiesen. Rund 60 % sind Sachrückversicherung. Weitere Bereiche sind Motor und Agro (Ernteausfall). Die SCR-Bedeckungsquote von 332 (279) Prozent in der Gruppe (mit Volatilitätsanpassung VA und Rückstellungstransitional RT) ermögliche die Übernahme weiterer Risiken, so Rüßmann. Die DEVK-B kommt gar auf eine SCR-Quote von 391 (382)%, wird von Standard & Poor´s sowie Fitch aber nur mit „A+“ bewertet.  „Damit sind wir nicht zufrieden“, sagt Finanzvorstand Bernd Zens. Die Wettbewerber mit geringeren SCR-Quoten würden besser eingestuft. „Wir werden mit S&P über deren Methodik reden“, kündigte er an. Außerdem sei man im Hinblick auf weiteres Geschäft in den USA mit AM Best für ein Rating im Gespräch. „Vielleicht bringt dies ja auch Bewegung hinein“, so Zens.
Für die DEVK Rück wurde eine Combined Ratio von brutto 94,1 (93,3)% genannt, bei der Echo waren es 101 (108)%. Nach dem Wechsel des CEO laufe es in Zürich besser, hieß es. Aufgrund der besseren Schadenlage hat sich im Gj 2018 bei Schaden/Unfall das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung auf 132 (50) Mio. Euro fast verdreifacht. Nach Zuführung von 25 (20) Mio. Euro zur Schwankungsrückstellung verbesserte sich die Versicherungstechnik auf 107 (29) Mio. Euro. Noch deutlicher ist der Sprung des versicherungstechnischen Ergebnisses der Lebens- und Krankenversicherung sowie des Pensionsfondsgeschäfts auf 144 (40) Mio. Euro. Dieser ergibt sich vor allem durch die Änderung der Berechnungsmethode zu Zinszusatzreserve. Dadurch wurden konzerninterne Rückversicherungsverträge zur ZZR-Finanzierung beendet und einmalig 58 Mio. Euro aufgelöst. Die beiden Lebensversicherer (Verein und AG) kommen nun auf insgesamt 360 Mio. Euro ZZR. Die Zuführung belief sich auf 25 bzw. 28 Mio. Euro nach jeweils rund 100 Mio. Euro im Vorjahr. Dass die beiden Lebensversicherer 2018 im Neugeschäft wie auch im Bestand rund 3% eingebüßt haben, beruht unter anderem auch daran, dass die Sparda-Banken das Restschuldgeschäft nun mit der R+V machen. Die Beiträge der Lebensversicherung inklusive des DEVK-Pensionsfonds gingen um 2,1% auf 934,3 Mio. Euro zurück. In der Lebensversicherung ergab sich ein Gesamtüberschuss von 87 (95) Mio. Euro; davon wurden 70 (80) Mio. Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) zugeführt. Die Stornoquote in Leben wird mit 4,41 (4,43)% angegeben. Die SCR-Quoten liegen im Lebensversicherungsverein bei 651 (703) % mit VA und RT bzw. bei 154 (217)% ohne. In der AG sind es 386 (308)% bzw. 159 (182)% ohne. lie

VPV Versicherungen

Die aufsichtsrechtliche Solvenzquote der VPV Versicherungsgruppe hat Ende 2018 mit Übergangsmaßnahmen 582 (534)% betragen. Ohne Übergangsmaßnahme hätte die Bedeckungsquote 163 (149)% erreicht. Die Verbesserung resultiert im Wesentlichen aus dem Lebensversicherungsgeschäft und der geänderten Methode bei der Ermittlung des Referenzzinses der Zinszusatzreserve (ZZR). Die VPV Lebensversicherungs-AG hat 2018 erstmalig per Saldo 12,7 Mio. Euro ZZR auflösen können. Zudem lief es für das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft versicherungstechnisch besser. Die Bedeckungsquote des Lebensversicherers beläuft sich mit Übergangshilfen auf 763% und ohne auf 236%. Für Komposit werden 249% genannt.
Für den Lebensversicherer lief das Gj 2018 zwar insgesamt besser als im Vorjahr prognostiziert, gleichwohl schrumpft er weiter. Dass der Rohüberschuss auf 31,41 (65,57) Mio. Euro fiel, beruht auf der neuen Korridormethode für die Berechnung der ZZR, wodurch nach Unternehmensschätzungen 83 Mio. Euro weniger Reserve zu stellen und damit auch weniger stille Kapitalreserven zu heben waren. Zudem wurde erstmalig reduzierte Sicherheitsmargen bei den biometrischen Rechnungsgrundlagen in gemischten Tarifen angesetzt, was den ZZR-Aufwand um weitere 29 Mio. Euro verminderte. Die ZZR belief sich zum Bilanzstichtag auf 1,37 (1,27) Mrd. Euro.
Das eingelöste Neugeschäft wuchs mit einem Plus um 2,7% auf 18,5 Mio. Euro laufenden Beitrag erneut etwas stärker als der Marktdurchschnitt. Das Einmalbeitragsgeschäft erhöhte sich unterdurchschnittlich um 2,5% auf 53,6 Mio. Euro. Im Bestand sanken die laufenden Beiträge weiter um 2,6% auf (321,9) Mio. Euro. 52,5% des Bestands entfallen auf Kapitalversicherungen, 29,7% auf Fondspolicen und 12,4% auf Rentenversicherungen. Dem Bestandsrückgang in der klassischen Leben folgte der Kapitalanlagenbestand mit einem Minus um 2,8%. Vom Rohüberschuss wurden 1,18 (1,1) Mio. Euro den Kunden direkt gutgeschrieben und 27,2 (55,5) Mio. Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) zugeführt. Diese erreichte damit zum Jahresende 242,9 (254,4) Mio. Euro; davon waren 136,2 (143,7) Mio. Euro freie RfB.

VPV Lebensversicherungs-AG20182017
Beitragseinnahmen (brutto)382
Neugeschäft (Beitragssumme)576
Stornoquote*3,40%
Verwaltungskosten-Quote 3,10%
Abschlusskosten-Quote** 5,70%
Kapitalanlagen7.058
Nettoverzinsung 2,50%
Gewinn (nach Steuern)3
* auf den mittleren Bestand der Kapitalversicherungen nach laufendem Beitrag bezogen.
** bezogen auf die Beitragssumme des Neugeschäfts.

Getragen von ihrem größten Geschäftsfeld Wohngebäudeversicherung ist die VPV Allgemeine Sachversicherungs-AG 2018 um 3,6% auf rund 57,1 Mio. Euro Bruttobeitrag gewachsen. Die VWG wuchs um 5,1% auf 17,5 Mio. Euro und macht damit 30,7% der Beiträge aus. 26,1% des Geschäfts sind Hausrat-, 21,6% Unfall- und 16,6 % Haftpflichtversicherungen.
Bei den Schadenaufwendungen kommt die Gebäudeversicherung auf einen Anteil von 48,1 %. Die Bruttoschadenquote in der Gebäudeversicherung sank auf 89,9 (96,5)%. Über alle Sparten belief sich die Combined Ratio auf 88,6 (90,3)%. Das versicherungstechnische Ergebnis erhöhte sich nach Zuführung von rund 0,7 (0,9) Mio. Euro aus der Schwankungsrückstellung auf 3,97 (2,4) Mio. Euro. Die versicherungstechnischen Rückstellungen machten zum Stichtag 65,4 (65,1) Mio. Euro aus. Aus den Kapitalanlagen von knapp 88 (85,1) Mio. Euro wurden bei einer laufenden Durchschnittsverzinsung von 2,5 (3,6)% netto 2,5 (1,6) Mio. Euro Ergebnis erwirtschaftet. lie

Mecklenburgische Versicherungsgruppe

Die Mecklenburgische Versicherungsgruppe, die zu den Kleinen, aber dennoch Wachstumsstarken der Branche gehört, hat im Geschäftsjahr 2018 die Beitragseinnahmen um 3,6% auf 571 Mio. Euro gesteigert. Dazu trug das Sach- und Unfallversicherungsgeschäft der Muttergesellschaft Mecklenburgische Versicherungs-Gesellschaft a.G. 427 Mio. Euro (+4,3%) bei, die Lebensversicherungstochter, die im Vorjahr einen Rückgang der Beiträge hinnehmen musste, konnte das Beitragsvolumen mit 121 Mio. Euro knapp halten, während die junge Krankenversicherung noch einmal deutlich um 7,6% auf 23 Mio. Euro zulegen konnte. Trotz des Januar-Sturmes „Friederike“ und der großen Trockenheit war die Schadenentwicklung insgesamt moderat. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich in der Gruppe kräftig auf 40,0 (Vorjahr: 21,4) Mio. Euro. Das Kapitalanlageergebnis fiel mit 53,7 (70,3) Mio. Euro allerdings recht mager aus. Das Ergebnis der normalen Gesachäftstätigkeit belief sich auf 44,0 (36,9) Mio. Euro. Da nach den 2017 infolge notwendig gewordenen Auflösung von „gebunkerten“ Rückstellungen erheblich geminderten Steuerzahlungen die Ertragsteuern wieder auf ein normales Niveau stiegen, lag der Konzernjahresüberschuss mit 25,2 (25,8) Mio. Euro leicht unter Vorjahr und entsprach den Erwartungen. Dieser wird zur Stärkung der Rücklagen verwendet. Die Netto-Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 78,6 (75,5)%.
Die Muttergesellschaft verzeichnete ein über den Erwartungen liegendes Wachstum in allen Sparten. Ausschlaggebend war dafür die gute Vertriebsleistung der 802 Ausschließlichkeitsvertreter, die Tarifentwicklungen in der Fahrzeugversicherung und die bedingungsgemäßen Versicherungssummen und Beitragsanpassungen in den Sachsparten. Wachstumstreiber waren die Wohngebäude- und Unfallversicherung sowie der Bereich Gewerbe/Landwirtschaft. Die mit Abstand größte Sparte Kfz hat beim Wachstumstempo wieder zugelegt und erreichte ein Plus von 3,6 Prozent. Das stark genutzte Instrument der Rückversicherung wurde noch einmal leicht auf 107,3 (102,0) Mio. Euro aufgestockt. Der Schadenaufwand lag nahezu unverändert bei netto 220,9 Mio. Euro  Die Netto-Schadenquote verminderte sich auf 61,6 (64,9)%. Höhere Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (120,8 nach 111,1 Mio. Euro) trieben die Kostenquote brutto auf 28,4 (27,3)%. Ursächlich hierfür waren eine Aufstockung der Rückstellung für Altersvorsorge durch einen Zinsänderungseffekt in Höhe von 5,2 Mio. Euro. Die Schaden-/Kostenquote netto sank jedoch  um einen Prozentpunkt auf 91%. Nach Entnahme von 1,0 Mio. Euro aus der Schwankungsrückstellung belief sich der versicherungstechnische Nettogewinn  auf 32,9 (21,4) Mio. Euro.

Mecklenburgische Versicherungsgruppe20182017
Beitragseinnahmen (brutto)571551
– davon in Leben121121
– davon in Komposit427409
– davon in Kranken23,021,4
Neugeschäft Leben (Beitragssumme)279293
Schaden-Kosten-Quote netto 91%92%
Zahl der Vollversicherten (Personen)22202091
Kapitalanlagen23092302
Ergebnis aus Kapitalanlagen53,770,3
Versicherungstechnisches Ergebnis (f.e.R.)240,026,0
Gewinn (nach Steuern)25,225,8

Die Lebensversicherung ist in erster Linie auf laufende Beiträge ausgerichtet. Einmalbeiträge spielen daher nach wie vor keine große Rolle. Sie gingen 2018 weiter auf 12,8 (13,7) Mio. Euro zurück, wobei allein wieder 4,9 Mio. Euro auf staatliche Zulagen im Rahmen der Riester-Rentenversicherung entfielen. Die laufenden Beiträge zur Lebensversicherung legten hingegen weiter um 0,7% auf 108,2 Mio. Euro zu. Sehr positiv ist laut Geschäftsbericht die hohe Nachfrage nach aufgeschobenen Rentenversicherungen mit fondsgebundener Überschussbeteiligung sowie nach fondsgebundenen Rentenversicherungen. Zwar erhöhte sich der Zugang an neuen Lebensversicherungsverträgen, die Versicherungssumme einschließlich Summenerhöhung nahm aber um 4,8% auf 278,7 Mio. Euro ab. Die Verwaltungskostenquote blieb bei 2,9%, die Abschlusskostenquote nahm leicht auf 3,7(3,6)% zu. Abschreibungen und Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen minderten die Kapitalanlageerträge, die nur noch mit 35,5 (49,2) Mio. Euro ausgewiesen werden. Entlastet wurde das Jahresergebnis durch die Zinszusatzreserve, der nur noch 6,0 Mio. Euro zugewiesen werden mussten nach 19,9 Mio. Euro im Vorjahr. Die Zinszusatzreserve ist den Angaben zufolge weitgehend ausfinanziert, es sei denn die Periode der derzeitigen Negativzinsen dauert länger an. Der Rohüberschuss hat sich auf 4,3 (9,0) Mio. Euro mehr als halbiert, lag aber höher als erwartet. Der RfB werden 2,8 (7,5) Mio. Euro zugeführt. Die laufende Gesamtverzinsung liegt unverändert bei 3,5%. 
Die Mecklenburgische Krankenversicherung hat ihr 19. Geschäftsjahr erfolgreichabgeschlossen und zeichnet sich durch solide Ertragsstärke aus. Die Beitragsentwicklung beruht vor allem auf der Voll- und Krankentagegeldversicherung sowie der positiven Entwicklung der Zahnzusatztarife. Insgesamt zählte die Mecklenburgische zum Jahresende 112508 (105963) Versicherungsverträge, davon 49063 (45164) Auslandsreisekrankenversicherungen. Für Versicherungsfälle einschließlich Schadenregulierungskosten wurden 7,1 (6,6) Mio. Euro aufgewendet. Der Rohüberschuss belief sich auf 5,6 (6,0) Mio. Euro. Davon gehen 5,0 (4,8) Mio. Euro an die RfB. Der Jahresüberschuss von wieder 0,6 Mio. Euro wird zur weiteren Substanzstärkung den Gewinnrücklagen zugewiesen. cs

Ammerländer Versicherung

Die Ammerländer Versicherung VVaG ist im Gj 2018 um 21,2% auf 47,02 Mio. Euro gebuchte Bruttobeiträge gewachsen und hat dabei auch mehr verdient. Die Zahl der Mitglieder stieg um 19,8% auf 547.897 und die Zahl der einjährigen Verträge um 20,8% auf 713.618. Über die Hälfte des Zuwachses entfiel auf die Sparte Hausrat, die mit 33,8 (28,8) Mio. Euro die größte ist. Der gesamte Selbstbehalt liegt bei 75,5 (78,8)%.
Die Zahl der Schadenfälle erhöhte sich um 1,7% auf 25.442. Brutto wurden für Versicherungsfälle mit 19,1 Mio. Euro 13,5% mehr aufgewendet, was einer Brutto-Schadenquote von 42,67 (45,94)% entspricht. Die Netto-Schadenquote wird in dem sehr detaillierten Geschäftsbericht mit 41,67 (44,19)% angegeben. Das Volumen je Einzelschaden ist nach Unternehmensangaben besonders in den Sparten Wohngebäude, Unfall und Hausrat gestiegen.
Im Zuge des Wachstums wurde die Belegschaft auf 106 (84) Mitarbeiter ausgeweitet und 5,4 Mio. Euro in den Neubau eines Verwaltungsgebäudes investiert. In den Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb schlägt sich dies teilweise im Anstieg um 21,4% auf 16,8 Mio. Euro bzw. einer Bruttokostenquote von knapp 35,7 (35,6)% nieder. Dank der moderaten Schadenaufwendungen sank die Schaden-Kosten-Quote jedoch auf netto 77,27 (82,91)%.
Nach Entnahme von 0,5 (Vj. Zuführung von 0,6) Mio. Euro aus der Schwankungsrückstellung erreicht das versicherungstechnische Ergebnis 7,7 (4,95) Mio. Euro. Am günstigsten ist die Relation von Beitrag und Versicherungstechnik in der noch jungen Fahrrad-Vollkaskoversicherung, die 3,5 (1,6) Mio. Euro Bruttobeitrag buchte und versicherungstechnisch 1,31 (0,06) Mio. Euro Gewinn ausweist.
Aus den Kapitalanlagen von 36,33 Mio. Euro (+15,4%) wurden knapp 0,6 (0,4) Mio. Euro Erträge erwirtschaftet. Nach Steuern verbleiben 3,4 (,4) Mio. Euro Gewinn, die der Verlustrücklage zugeführt werden. Das Eigenkapital steigt damit auf 15,6 (12,2) Mio. Euro und entspricht 46,1 (42,1)% der verdienten Nettobeiträge. Die SCR-Quote hat sich leicht auf 167,9 (170,4)% vermindert. Der Vorstand der Ammerländer Versicherung rechnet damit, dass sich die dynamische Entwicklung 2019 fortsetzt. Für die ersten fünf Monaten 2019 wird von einem Beitragswachstum von rund 3,7 Mio. Euro und einem Stand bei den Mitgliedern von rund 582.500 Mitglieder berichtet.

Auxilia Rechtsschutz-Versicherungs-AG

Die Auxilia Rechtsschutz-Versicherungs-AG ist im Gj 2018 ohne Beitragsanpassung um 4,8% auf 104,1 Mio. Euro gebuchten Bruttobeitrag gewachsen, hat der Schadenrückstellung für die Rechtsfälle aus dem Diesel-Abgas-Skandal aber nochmals mehr zuführen müssen als geplant. Damit verschlechterte sich die Combined Ratio auf 100,2 (97,6)%. Das versicherungstechnische Ergebnis f.e.R. ist mit 0,2 Mio. Euro defizitär, nach 2,4 Mio. Euro Gewinn im Vorjahr.  
Bei einer Nettorendite von 2,4 (2,5)% erreicht das Kapitalanlageergebnis 5,2 (5,1) Mio. Euro. Aus dem Jahresüberschuss von gut 1,55 (4,0) Mio. Euro werden 1,5 Mio. Euro in andere Gewinnrücklagen eingestellt. Der Bilanzgewinn von 0,33 (4,3) Mio. Euro wird wie in den Vorjahren nicht an den einzigen Gesellschafter, den Automobilverein Kraftfahrer-Schutz,  ausgeschüttet, sondern auf neue Rechnung vorgetragen. Das Eigenkapital soll künftig durch Thesaurierung kontinuierlich gestärkt werden, wird mitgeteilt.
Im Berichtsjahr wurden frei verfügbare Rücklagen in gezeichnetes Eigenkapital umgewandelt, was dadurch auf 46,4 (25,6) Mio. Euro stieg. Die Eigenkapitalquote wird mit 56,2 (57,3) % angegeben. Die SCR-Bedeckungsquote belief sich Ende 2018 auf 197 (192)%; der Rechtsschutzversicherer nutzt die Standardformel zusammen mit einem unternehmensspezifischen Parameter. 
Der Markt wuchs 2018 um 4,2%, wobei in diesem Beitragsplus auch Verteuerungen stecken. Laut Geschäftsbericht stammt das Plus der Auxilia aus einem um 2,4% gestiegenen Neugeschäft und geringerem Storno, das aber nicht quantifiziert wird. Der Bestand vergrößerte sich um 3,9% auf 587.650 einjährige Verträge. 87 (85)% sind Privatkunden; der Rest Gewerbetreibende mit überwiegend weniger als 50 Mitarbeitern, die Heilwesenbranche und Landwirte. Im Wesentlichen im Zusammenhang mit der VW-Abgasproblematik und Arbeitsrechtsfällen wurden die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Schäden um 15,0 (11,8) Mio. Euro auf 153,3 (138,3) Mio. Euro angehoben. Zum Bilanzstichtag erreichte die Reservequote 149,5 (141,3)%. Die Schadenquote des Bilanzjahres erhöhte sich damit auf 72,0 (69,1)%.
Die Zahlungen für Schäden nahmen um 5,5% auf 58,9 Mio. Euro zu. Gegenüber dem Vorjahr wurden 6,1% mehr Schäden gemeldet. Die Kostenquote verminderte sich leicht auf 28,2 (28,5)%. 5,3% aller Schadenfälle nutzen die Online-Beratung. Im Ausblick auf 2019 berichtet der Vorstand von einem starken Verdrängungswettbewerb im Rechtsschutzmarkt, der über Preisrabatte und zusätzlich Provisionen für Vertriebspartner geführt werde. Für das eigene Geschäft wird einer positiven Beitragsentwicklung aufgrund des unter dem Neugeschäft liegenden Stornos gerechnet. „Deutlich“ steigen dürften die Schadenzahlungen für die Abgas-Thematik. Dennoch wird ein positives versicherungstechnisches Ergebnis und ein insgesamt höherer Jahresüberschuss erwartet. Der bisherige Geschäftsverlauf entspreche den Erwartungen, so der Geschäftsbericht. lie

Öffentliche Braunschweig

Die Öffentliche Versicherung  Braunschweig, Marktführer in der Region, hat wie Vorstandschef Knud Maywald bei der Vorlage der Bilanz berichtete im Geschäftsjahr 2018 ein „qualitativ gutes" Ergebnis erzielt. Zwar ist der Jahresüberschuss der Gruppe aus Sach- und Lebensversicherung deutlich auf 18,8 (Vorjahr: 28,8) Millionen Euro gesunken, doch dafür wurden zwei plausible Gründe geliefert. Zum einen fielen nach den Rückzahlungen im Vorjahr wieder normale Steuerabgaben an, zum anderen verminderten sich die Kapitalanlagenerträge, weil wegen der geringeren Zuführungen zu der Zinszusatzreserve kein Tafelsilber mehr zulasten der Substanz veräußert werden musste. Sehr zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich Maywald auch vor dem Hintergrund des anhaltenden Zinstiefs und der hohen Belastungen durch Großschäden.
Die Beitragseinnahmen der Gruppe, für die keine Konzernbilanz vorgelegt werden muss, haben sich im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf 411,5 Mio. Euro erhöht. Stolz ist Maywald nach wie vor auf die vorausschauende Anlagestrategie der Öffentlichen, auch wenn die Nettorendite deutlich zurückging, sich aber mit 4,1 (4,7)% im Vergleich zur Konkurrenz durchaus sehen lassen kann. Das Kapitalanlageergebnis verringerte sich auf 109,4 (122,5) Mio. Euro bei einem Kapitalanlagebestand von 2,67 (2,65) Mrd. Euro. Das Eigenkapital wurde weiter auf 334,2 (330,1) Mio. Euro aufgestockt. Die Öffentliche ist laut Maywald für zukünftige Anforderungen gut ausgestattet. Wiederholt übertreffe das Unternehmen ohne Inanspruchnahme von Übergangsmaßnahmen auch die gesetzlichen Sollwerte für das Solvenzkapital sowohl für die Lebens- als auch für die Sachversicherung deutlich.
Eine bilanzielle Herausforderung sind für Maywald wegen der Niedrigzinsen die Pensionszahlungen. Zu ihrer Sicherstellung durch Rückstellungen seien jährlich 20 Mio. Euro nötig. Und die müssten erst verdient werden. Aufgrund ihrer seit Jahren erfolgreichen Kapitalanlagestrategie, die zwar nicht ganz so stark wie im Vorjahr, aber immer noch im Gegensatz zur Branche auch auf Aktien baut, konnten laut Maywald allerdings fast immer Reserven gebildet werden.
Zu den Beitragseinnahmen steuerte die Sachversicherung ein Plus von 2,9% auf 266,0 Mio. Euro bei. Der Vertragsbestand schrumpfte auf 1,13 (1,14) Mio. Verträge, insbesondere wegen der Beitragserhöhungen und Bestandsbereinigungen in der Wohngebäudeversicherung. Die Leistungen für Versicherungsfälle erhöhten sich auf 182,1 (179,0) Mio. Euro. Zu dem Anstieg trug vor allem der Sturm „Friederike“ am Jahresanfang bei. Übers Jahr verteilt gab es aber auch deutlich mehr Großschäden, zum einen durch Brände in Industrieanlagen, zum anderen durch die große Dürre in  der Landwirtschaft. Immerhin hat die Öffentliche bezogen auf die Kunden einen Marktanteil von 37,1 Prozent in ihrem Stammgebiet. Die Schaden-/Kostenquote hat sich trotz der Großschäden auf 96,6 (99,9) Prozent verringert. Da mit Ausnahme des Sturmtiefs „Friederike“ größere Kumulschäden weitestgehend ausblieben, reduzierte sich die Schadenbeteiligung der Rückversicherer deutlich. Der Rückversicherungssaldo betrug nach +10,5 Mio. Euro im Vorjahr 2018 -4,3 Mio. Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung schloss mit einem Fehlbetrag von 5,4 Mio. Euro nach einem kleinen Plus von 16 974 Euro im Vorjahr. Unter dem Strich weist die Sachsparte ein Ergebnis nach Steuern von 5,2 (9,3) Mio. Euro aus. In die Sicherheitsrücklage gehen 2,4 Mio. Euro und an die Träger NordLB, Land Niedersachsen, Sparkassenverband Niedersachsen sowie  Braunschweigische Stiftung 2,8 Mio. Euro.

Öffentliche Versicherung Braunschweig (in Mio. Euro)20182017
Beitragseinnahmen (brutto)411,5406,9
– davon in Leben142,7145,4
– davon in Komposit266,0258,6
– davon in Kranken--
Neugeschäft Leben (Beitragssumme)191,6188,6
Schaden-Kosten-Quote netto98,1%94,6%
Kapitalanlagen2670,82652,5
Ergebnis aus Kapitalanlagen109,7122,5
Versicherungstechnisches Ergebnis (f.e.R.)5,40,02
Gewinn (nach Steuern und vor Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen)18,828,8

Die Lebensversicherungssparte ist 2018 weiter geschrumpft, und zwar um knapp 2  Prozent auf ein Beitragsvolumen von 145,5 Mio. Euro; vor fünf Jahren standen noch mehr als 200 Mio. Euro Beiträge zu Buche. Die Einmalbeiträge sanken um 1,8% auf 68,0 Mio. Euro. Die laufenden Beiträge um 2,0% auf 74,4 Mio. Euro. Da sich die Öffentliche wie Maywald betont eine klassische Rentenversicherung mit Garantiezins leisten kann, entfallen auf diese immerhin noch knapp 60 Prozent der Neuverträge. Ihre Gesamtverzinsung liegt bei durchaus attraktiven 3,55 Prozent.  Auffallend sind die um fast 14 Prozent gestiegenen Versicherungsleistungen. Zurückzuführen ist dies auf das Produkt Top-Zins-Tresor, bei dem der Kunde 100 000 Euro für fünf Jahre anlegte. Erhofft hatte sich die Öffentliche nach Ablauf eine Verrentung der Summe. Dabei spielten die Kunden aber nicht mit; sie haben sich das Geld auszahlen lassen. Ein Schaden für die Versicherung war dies allerdings nicht, denn mit dem Geld des Tresors hat sie wie betont wird bei der Anlage mehr verdient als es sie an Zinsen für die Sparer gekostet hat. Der Überschuss nach Steuern belief sich auf 14,6 (20,5) Mio. Euro. 12,3 Mio. Euro werden der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt. 2,4 Mio. Euro gehen an den  stillen Teilhaber bzw. zur Auffüllung seiner Einlage. Mit dem Jahresüberschuss von 1,3 Mio. Euro wird die Sicherheitsrücklage gestärkt. 
Abseits der Zahlen war 2018 für Maywald aber mit Blick auf die Strategie des Unternehmens auch ein ereignisreiches Jahr.  Der in die Wege geleitete Transformationsprozess mit den Schwerpunkten Digitalisierung, Einstellung auf verändertes Kundenverhalten und Reformation der inneren Organisation durch die Schaffung neuer Strukturen und Verschlankung soll die Zukunftsfähigkeit der Öffentlichen sichern. Die durch viele neue Kräfte verjüngte Führungsmannschaft hat laut Maywald eine Aufbruchstimmung geschaffen. Aufgeteilt wurde die Organisation in eine operative Sparte, die das laufende Geschäft betreut und in eine mittel- und langfristig ausgerichtete Sparte „strategy change". Letztere soll sich mit der besseren Nutzung des wertvollen Datenmaterials, mit der Digitalisierung und der Gewinnung junger Kunden vor dem Hintergrund einer schrumpfenden Bevölkerung durch neue Produkte und Kommunikationswege befassen. Kein Ziel ist es laut Maywald das Personal abzubauen, denn auch junge Leute wollten vor Vertragsabschluss eine persönliche Beratung. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich mit 1292 (1290) kaum verändert. Nach wie vor gibt es auch 154 Geschäftsstellen. cs

Continentale

Die Continentale Krankenversicherung a.G. hat im Gj 2018 erneut sowohl Voll- wie auch Zusatzversicherte verloren. Die Zahl aller Versicherten nahm um 0,6 ( Vj. - 0,5) % auf 1,311 Mio. Personen ab. Die Beitragseinnahmen verminderten sich um 0,4% auf 1,65 Mrd. Euro; davon entfielen fast unverändert 1,19 Mrd. Euro auf die Vollkostenversicherung. In der Vollversicherung habe man wiederum ein marktüberdurchschnittliches Neugeschäft gezeichnet, wird ohne weitere Details mitgeteilt. Die Beiträge in der Pflegepflicht reduzierten sich um 1,8% auf 131,5 Mio. Euro. Als Folge des 1. Januar 2017 in Kraft getretene Zweite Pflegestärkungsgesetz sind die Schäden in der Pflegepflicht und der Pflegezusatz überdurchschnittlich gestiegen. Die Einführung der Pflegegrade ließ die Zahl der Leistungsempfänger von 2016 bis 2018 jeweils um mehr als 10% wachsen. Über alle Bereiche hinweg erhöhten sich die reinen Brutto-Versicherungsleistungen um 2,1% auf 1,27 Mrd. Euro. Die Schadenquote verschlechterte sich auf 80,2 (78,5)%. Dass die Verwaltungskostenquote auf 2,3 (2,5)% und die Abschlusskostenquote auf 6,5 (6,9)% abnahmen, wird zum einen auf niedrigere Vermittlerkosten und zum anderen auf eine sachgerechtere Zuordnung zu der Position Sonstige Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zurückgeführt. Die versicherungstechnische Ergebnisquote verminderte sich auf 10,9 (12,1)%. Aus dem um 3,9% auf 12,89 Mrd. Euro gestiegenen Kapitalanlagebestand wurden 353,9 (389,0) Mio. Euro Ergebnis erwirtschaftet. Die Nettoverzinsung ermäßigte sich auf 2,8 (3,2)%, weil nur 6,1 (18,5) Mio. Euro Abgangsgewinne erzielt wurden. Die Bewertungsreserven aller Kapitalanlagen betrugen zum Bilanzstichtag per saldo 801,7 (1.263) Mio. Euro. Nach Abzug von Steuern verblieben 141,4 (183,4 Mio. Euro) zur Dotierung der Rücklagen und der Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung (RfB). Vom Jahresüberschuss wurden 6,0 (7,0) der Verlustrücklage zugewiesen und die anderen Gewinnrücklagen um 6,0 Mio. Euro aufgestockt. Die Gewinnrücklagen stieg auf 444,0 (432,0) Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 26,8 (26,0)%. Die Solvenzkapitalquote  belief sich auf 492,4 (497,9)%. Nach Zuführung von 138,3 (200,6) Mio. Euro und Entnahmen erreicht RfB 662,0 (658,8) Mio. Euro. Davon wurden für die Begrenzung der Beitragsanpassung zum 1. Januar 2019 120,9 Mio. Euro verwendet.

Continentale Krankenversicherung a.G. (in Mio. Euro)20182017
Beitragseinnahmen (brutto) 3.8733.823
– davon in Leben 1.1611.121
– davon in Komposit1.0571.042
– davon in Kranken1.6551.661
Neugeschäft Leben (Beitragssumme) k.A.k.A.
Schaden-Kosten-Quote 92,70%93,20%
Zahl der Vollversicherten (Personen) 404.339406.958
Kapitalanlagen22.76021.856
Ergebnis aus Kapitalanlagen673,7736
Versicherungstechnisches Ergebnis (f.e.R.)141,584,8
Gewinn (nach Steuern)55,233,1

Das Geschäftsfeld Lebensversicherung (Conti Leben und Europa Leben) wuchs um 3,6% auf 1,16 Mrd. Euro leicht über dem Branchenschnitt. Bei der Conti Leben stiegen die Beiträge um 5,5% auf 808,3 Mio. Euro; davon waren 714,1 (677,2) Mio. Euro auf laufende Beiträge und 94,2 (89,1) Mio. Euro auf Einmalbeiträge. Die Stornoquote wird mit 4,8 (4,7) % angegeben. Das Volumen der Neueinlösungen ging um 2,8 % auf 65,1 Mio. Euro zurück. Infolge desssen verringerten sich die Abschlussaufwendungen um 0,7 % auf 122,6 (123,5) Mio. Euro; blieben in der Quote mit 4,7 % aber unverändert. Der Verwaltungskostensatz sank auf 2,1 (2,2)%.
Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte unter anderem durch die geringere Zuführung zur Zinszusatzreserve im Gefolge der Änderung der Berechnungsmethode auf 15,77 Mio. Euro negativen 0,02 Mio. Euro im Vorjahr. Vom Bruttoergebnis von 158,1 ( 147,9) Mio. Euro gingen vorab 86,3 (77,9) Mio. Euro als Direktgutschrift an die Versicherungsnehmer. Nach der Dotierung der RfB mit 50,66 Mio. Euro beläuft sich der Bilanzgewinn wieder auf 7,0 Mio. Euro, der vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt wird. Die Überschussbeteiligungsquote erreicht 95,1 (95,2) %. Mit der Volatilitätsanpassung sowie der auf null begrenzten Übergangsmaßnahme erreicht die SCR-Quote 522,3  (563,5) %; ohne VAT sind es 513,7 (340,6)%. Die auf Risiko-Leben fokussierte Europa Leben wuchs um 0,8% auf 361 Mio. Euro Beitrag.
Die drei Schaden- und Unfallversicherer des Verbundes legten um 1,5% auf 1,05 Mrd. Euro Beitrag zu. Dabei erhöhten sich die Beiträge bei der Continentalen Sach getragen von Zuwächsen in der Sach-, Haftpflicht- und Kraftfahrtversicherung um 3,2% auf 509 Mio. Euro. Der Direktversicherer Europa buchte unverändert 193 Mio. Euro. Die Mannheimer wuchs um 0,3% auf 353 Mio. Euro. Am stärksten erhöhten sich die Beitragseinnahmen in der Sparte Sonstige Versicherungen, in der Markenprodukte wie BELMOT für Oldtimerbesitzer und die Musikinstrumentenversicherung SINFONIMA zusammengefasst sind. Der gesamte Versicherungsverbund buchte im Gj 2018 mit 3,87 Mrd. Euro 1,3% mehr Beitrag und erzielte ein Bruttoergebnis von 567 (600) Mio. Euro. Davon wurden nahezu 90% für die Kunden reserviert. Das Eigenkapital wurde um 55 Mio. Euro auf 844 Mio. Euro gestärkt.