Erschienen in Ausgabe 7-2019Trends & Innovationen

Übergangsregeln von Solvency II vor dem Aus?

Von Maximilian Volz

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Artikel 77f der Solvabilität-II-Richtlinie sieht eine Überprüfung der Maßnahmen zu langfristigen Garantien, einschließlich der Übergangsregeln, bis zum 1. Januar 2021 vor.“ Dieser Satz der europäischen Aufsichtsbehörde Eiopa dürfte einigen hiesigen Lebensversichern das Blut gefrieren lassen. Er bedeutet, dass die Eiopa ein gewichtiges Wort dabei mitsprechen wird, ob die Solvency II-Übergangsregeln weiterhin Bestand haben werden. Damit die deutschen Versicherer auch weiterhin von den Übergangsregeln profitieren können, dafür will sich der Bafin Exekutivdirektor Frank Grund einsetzten, wie er auf der diesjährigen Bafin Jahrespressekonferenz erklärte. Das scheint auch nötig zu sein, denn es sind mehr als nur Gerüchte, dass nicht alle europäischen Länder mit der Hilfe für deutsche Lebensversicherer einverstanden sind. Eine Nichtverlängerung der Solvency-Übergangsregeln kann daher nicht ausgeschlossen werden. Die zum Januar 2016 eingeführten Regeln sollen den Versicherern eine reibungslose Umstellung auf das neue Regelwerk ermöglichen und wurden mit einer Laufzeit von 1 bis 16 Jahren konzipiert. Das System wurde also auf Endlichkeit ausgerichtet. Eine Nichtverlängerung würde den einen oder anderen Versicherer in akute Gefahr bringen. „Es gibt eine Reihe von Lebensversicherern in Deutschland, die ohne Übergangsregeln insolvent wären, erklärte der Eiopa-Chefaufseher Gabriel Bernardino 2018. Zudem könnte die Anpassung der Richtlinie neue Anforderungen in den Bereichen Finanzen und Recht nach sich ziehen. Also mehr Vorschriften, Rückstellungen und Papierkrieg. Laut Policen Direkt haben sich die Solvenzquoten der 84 Lebensversicherer im vergangenen Jahr im Schnitt um 9,57 Prozent verbessert. Zwölf Unternehmen mit einer Nettoquote unter 100 stehen weiter unter Beobachtung der Bafin.