Erschienen in Ausgabe 7-2019Köpfe & Positionen

Cum Ex: Versicherer geraten ins Visier der Ermittler

Von VW-Redaktion

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Bei den Cum-Ex-Geschäften ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer auf Aktiendividenden mit Hilfe ihrer Bank mehrfach erstatten. Dazu verschoben sie um den Dividendenstichtag herum untereinander Aktien mit (lateinisch: „Cum“) und ohne („Ex“) Dividendenanspruch. Banken und andere Verdächtige haben die Finanzämter um Milliarden erleichtert. Bislang gab es hierzlande jedoch keinen Strafprozess. Experten schätzen den Steuerschaden auf 12 Mrd. Euro. Neben Banken geraten jetzt auch Versicherer ins Visier der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Diese rückte Anfang Juni zu einer Razzia aus. Drei Wohnungen und Geschäftsräume wurden durchsucht. Ermittelt wird ge gegen acht Beschuldigte im Alter von 42 bis 60 Jahren. Namen von Beschuldigten oder betroffenen Unternehmen nannte die Behörde nicht. Bei fünf der Beschuldigten handelt es sich um Mitarbeiter der Investoren, die hinter den von den umstrittenen Aktiengeschäften betroffenen Fonds stehen. Laut Handelsblatt stammen vier der Beschuldigten aus großen Versicherungsunternehmen. Diese sollen 2009 in der Dividendensaison Cum-Ex-Geschäfte gemacht und damit 13,57 Mio. Euro Steuern hinterzogen haben.