Quelle: Arag
Erschienen in Ausgabe 7-2019Köpfe & Positionen

„Wir verwalten nicht unsere Erfolge von gestern“

Im Profil: Paul-Otto Faßbender, Vorstandsvorsitzender Arag SE

Von Alexander KasparVersicherungswirtschaft

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"Unternehmer und Unternehmen bilden eine Schicksalsgemeinschaft". Selten trifft eine Aussage über die wechselseitige Abhängigkeit von Führung und Objekt so zu, wie beim größten inhabergeführten Versicherungskonzern Deutschlands. Gesagt hat ihn dessen Satz der Vorstandsvorsitzender und Eigentümer Paul-Otto Faßbender, unumstrittener Herrscher über mehr als 4100 Mitarbeiter, die 2018 erstmals ein Umsatz- und Beitragsvolumen von mehr als 1,7 Mrd. Euro verbuchen konnten. Paul-Otto Faßbender steht nunmehr in dritter Generation der 1935 in der rheinischen Metropole Düsseldorf von Großvater Heinrich Faßbender gegründeten Deutsche Auto-Rechtsschutz (Darag), heute Arag SE, vor. Doch wie das so ist mit Schicksalsgemeinschaften, auch die gehen irgendwann einmal zu Ende. Auch wenn dies für die Beschäftigten, Branchenbeobachter und sonstige Beteiligte rund um den von Sir Norman Foster erbauten Arag Tower in der Düsseldorf Konzernzentrale kaum vorstellbar ist, Paul-Otto Faßbender hört tatsächlich auf. "Der Vorstandsvorsitzende der Arag SE, Dr. Dr. h.c. Paul-Otto Faßbender, hat den Aufsichtsrat des Unternehmens darüber informiert, dass er seinen zum 3. Juli 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte", vermeldete das Unternehmen im Rahmen der diesjährigen Bilanzpressekonferenz am 29. Mai. "Der Aufsichtsrat ist diesem Wunsch nachgekommen und hat zugleich die Weichen für eine personelle Neuordnung des Vorstandsgremiums gestellt. Das Kontrollgremium hat beschlossen, dass es keine Nachfolge im Vorstandsvorsitz der Arag SE geben wird", denn künftig soll lediglich "ein Sprecher des Vorstandes die Arbeit moderieren", als primus inter pares gewissermaßen und kein Patriarch mehr der alten Schule, wie ihn der promovierte Jurist Faßbender repräsentierte. "Nach genau 20 Jahren an der Spitze der Arag wird es Zeit, sich aus der operativen Führung des Unternehmens zurückzuziehen", kommentierte Faßbender selber diesen Schritt und fügte hinzu: "Ich weiß die operative Führung beim künftigen Vorstand in guten Händen". Sein Entschluss werde ihm durch die sehr positive Entwicklung des Konzerns in den vergangenen Jahren erheblich erleichtert, betonte der 73-jährige Unternehmer. Was hier in den trockenen Worten der Unternehmenskommunikation daherkommt markiert nichts weniger als das Ende einer Ära, einer Ära, die nicht erst 1998, als Faßbender mit 52 Jahren die Aktienmehrheit im elterlichen Betrieb erhielt, begann, sondern schon viele Jahre zuvor. Wo andere, auch Manager mit…