Quelle: EnvisionTec
Erschienen in Ausgabe 7-2019Unternehmen & Management

Stille Revolution der 3. Dimension

Der 3D-Druck galt vor ein paar Jahren noch als Spielerei, doch inzwischen werden in der Industrie zahlreiche Fertigungsteile im additivem Verfahren hergestellt. Wie reagieren Versicherer auf diese  Quantensprünge der Technik?

Von Hermann-Josef BergVersicherungswirtschaft

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Mitte April dieses Jahres rückte das Thema nachhaltig in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Israelische Forscher präsentierten etwas bislang nicht für möglich Gehaltenes: den Prototypen eines Herzens aus menschlichem Gewebe. In der Größe einer Kirsche. Mit Blutgefäßen und Herzkammern – wenn auch noch völlig unbeweglich. Als wenn dies nicht schon eine Sensation wäre, kommt etwas noch Unglaublicheres hinzu. Dieses Herz wurde in einem 3D-Drucker hergestellt. Wie bitte? Ja. Allerdings haben diese dreidimensionalen Drucker so gut wie nichts mit den bislang zu Hause oder im Büro verwendeten Geräten zu tun (auch wenn es sie mittlerweile für diese Einsatzbereiche gibt). Mit 3D-Druckern lassen sich dreidimensionale Werkstücke herstellen. Aus unterschiedlichen flüssigen oder festen Materialien. Seien es Kunststoffe, Metalle, Keramik, Sand. Sie werden in einem so genannten Extruder auf die gewünschte Arbeitstemperatur erhitzt. Solchermaßen verflüssigt, kann das geplante Objekt mittels feiner Düsen gespritzt, oder besser: gedruckt werden. Experten nennen diesen Vorgang „Zusammenbacken“.

Megatrend und Milliardengeschäft

Auch wenn die Entwicklung und Herstellung von 3D-Druckern bereits ab Mitte der 1980er Jahre startete, erst mit der allseits geforderten stärkeren Digitalisierung – vor allem in Deutschland – und eben spektakulären Anwendungsbeispielen scheint dieses Thema so richtig gehypt zu werden. Auch medial: Schlagzeilen wie „Jeder wird zum Fabrikanten“ (Handelsblatt) dokumentieren, warum der 3D-Druck mittlerweile als Megatrend angesehen wird. Insbesondere in der Industrie, wo diese  „additive Fertigungsmethode“ bereits zu revolutionären Veränderungen führte. Industrielle 3D-Drucker, vielfach nicht größer als ein Kühlschrank, scheinen in der Lage zu sein, die Notwendigkeit großer Fabrikanlagen in Frage zu stellen.
Bereits heute ist das Geschäft mit 3D-Druckern ein Milliardengeschäft. Branchenexperten zufolge soll das Marktvolumen bis 2022 knapp 17 Mrd. US-Dollar betragen. Inzwischen wird schon über 4D-Drucker gesprochen. Hier soll die Zeit die vierte Dimension sein. Als konkrete Einflussfaktoren werden hier (über die Objektform entscheidende) Parameter wie Feuchtigkeit oder Temperatur angesehen. Nicht zu vergessen: das Bioprinting, mit dem komplexe Organe reproduziert werden könn(t)en.
In der Öffentlichkeit erregen natürlich via 3D-Druck hergestellte Adidas-Schuhe große Aufmerksamkeit. Oder die Ende Mai 2019 bekanntgewordene 3D-Drucklösung eines leichten, tragbaren…