Erschienen in Ausgabe 7-2019Märkte & Vertrieb

Geldanlage mit Grips  

Warum Offene Investmentfonds eine stärkere Beachtung verdienen

Von Peter HermannVersicherungswirtschaft

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Offene Investmentfonds werden von deutschen Anlegern oft verschmäht oder nur am Rande als Alternative in Erwägung gezogen. Aufgrund vor allem in der Vergangenheit überwiegend schlechter Beratung und überteuerter Gebühren der Filialbanken sowie kostspieliger Missverständnisse wie der Proklamation der Anteilscheine der Deutschen Telekom als „Volksaktie“, gelten Investmentfonds und Aktien bei einem großen Anteil der deutschen Anleger als instabil, unsicher und keineswegs geeignet als Instrumente etwa der Altersvorsorge. Dass es sich dabei um ungerechtfertigte Ressentiments handelt, ist vielen nicht klar. Offene Investmentfonds verdienen auch hierzulande eine höhere Wertschätzung und Akzeptanz. Denn während beispielsweise ein Einzelinvestment an der Börse immer die Gefahr in sich birgt, dass eben das ausgewählte Unternehmen in ungeahnte Schwierigkeiten gerät und damit auch dessen Aktienkurs fällt, schützt die sogenannte Diversifikation (Streuung) eines Aktienfonds eben vor solchen Risiken.

Das Portfolio eines Offenen Aktienfonds besteht in der Regel aus 30, 40, 50 oder mehr Einzelinvestments. Wer nun mit einem entsprechenden Finanzprodukt auf eine gut performende Region oder Branche setzt, für den besitzt der wirtschaftliche Abschwung einer einzelnen Gesellschaft kaum Relevanz, wenn die meisten der anderen Einzelinvestitionen ein positives Ergebnis liefern. Der wohl größte und gleichwohl immer noch am wenigsten bekannte Vorteil von Offenen Investmentfonds aber ist, dass das in einem Fonds eingezahlte Kapital der Anleger nicht in den Besitz der Fondsgesellschaft übergeht, sondern als sogenanntes Sondervermögen behandelt wird. Und das bedeutet: Selbst im Falle der Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft erhalten die Investoren ihr Geld zurück.

Während noch vor etwa 20 Jahren der Kauf eines Offenen Investmentfonds - besonders eines Aktienfonds - mit erheblichen Kosten verbunden war, hat sich dies mit der Verbreitung des Internets deutlich verbessert. Vor allem, was den sogenannten Ausgabeaufschlag betrifft, kann unter diesem Aspekt durchaus von einem Preisrutsch auf breiter Front gesprochen werden.Mit dem Aufkommen von Direktbanken und freien Fondsvermittlern im Internet wurden erstmals Rabattierungen auf den Ausgabeaufschlag von bis zu 100 Prozent angeboten, was besonders den Einstieg von Anlegern in entsprechende Finanzprodukte erleichtert hat. Klar ist, dass im Einzelfall nur ein Vergleich der Anbieter weiterhilft, wobei auch weitere Gebühren wie etwa die…