Erschienen in Ausgabe 7-2019Unternehmen & Management

Ein Licht geht auf

Wie entstehen Ideen in einem Unternehmen und wie involviert man Mitarbeiter in den Innovationsprozess? Der Alte Leipziger – Hallesche Konzern gibt Einblick in sein kollaboratives Ideenmanagement.

Von Philipp Köhler und Christoph SeckVersicherungswirtschaft

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Ideen sind die Währung der Innovation. Aber wie gelangen Ideen in den Innovationsprozess? Und noch viel interessanter: Wie viele Ideen schaffen es erst gar nicht dorthin, weil sie irgendwo auf dem Weg zur Entwicklung verloren gehen? Eine Studie des Softwareanbieters Wazoku unter 1.000 britischen Unternehmen hat gezeigt, dass die Voraussetzungen zur Mobilisierung von Mitarbeitern für die Beteiligung an Veränderungsprozessen grundsätzlich positiv sind. 76 Prozent der befragten Mitarbeiter sehen die Einbindung in den Innovationsprozess als Zeichen der Wertschätzung an und sogar 79 Prozent der befragten Mitarbeiter glauben daran, dass eine Kollaboration über unterschiedliche Ebenen eines Unternehmens hinweg Ideen verbessern kann. Demgegenüber sagen allerdings 72 Prozent der befragten Mitarbeiter, dass sie keine Vorstellung davon haben, was Innovation in ihrem eigenen Unternehmen bedeutet. Diese wenigen Zahlen bringen die Situation auf den Punkt. In der Regel haben Belegschaften ein großes innovatives Potenzial. Sie könnten mit ihren Ideen einen wertvollen Beitrag zur Unternehmensentwicklung leisten aber die Rahmenbedingungen erlauben es nicht, aus welchen Gründen auch immer, dieses Potenzial auch tatsächlich zur Entfaltung zu bringen.
Dabei stellen gerade der große Facettenreichtum und die hohe Dynamik in den beobachtbaren Veränderungsprozessen erhebliche Herausforderungen für die Wandlungsfähigkeit von Unternehmen dar.  Betrachten wir beispielsweise die immens steigende Zahl von Start-ups, die als agile Player häufig auf den Ausschnitt eines Teils der gesamten Wertschöpfungskette spezialisiert sind und die Veränderungsprozesse in den jeweiligen Segmenten nachhaltig beeinflussen. Die Entwicklungen in diesem Umfeld wirken sich letztlich auch auf die Prozesse in Versicherungsunternehmen und deren Leistungsangebot aus. In Teilen entstehen völlig neue Geschäftsmodelle. Eine der fordernden Aufgabenstellungen ist es, die Vielfalt möglicher Lösungen für die Gestaltung des eigenen Leistungsangebotes zu erkennen und in einem weiteren Entwicklungsschritt die damit einhergehende Komplexität zu bewältigen.
Ein Teil dieser Komplexität im Hinblick auf die Nutzung innovativer Potenziale basiert in nicht unwesentlichem Ausmaß auf hierarchischen Organisationsformen. Komplexe Strukturen werden besonders in einer nach Agilität strebenden Unternehmenswelt geradezu zum Hemmschuh einer notwendigen Beschleunigung von Innovationsprozessen. In einer sich zunehmend auf das…