Erschienen in Ausgabe 6-2019Trends & Innovationen

Allianz kauft finanzen.de und erteilt Zusammenschluss mit Euler Hermes eine Absage

Von VW-Redaktion

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Europas größter Versicherer überraschte auf der Q1-Pressekonferenz nicht nur mit starken Zahlen, sondern mit wegweisenden Richtungsentscheidungen. Der Gesamtumsatz lag mit 40,3 Mrd. Euro weit über den Markterwartungen (37,7 Mrd. Euro). In Deutschland steigerte die Allinaz den Vertrieb von Lebensversicherungen um 40 Prozent. Konzernchef Oliver Bäte rechnet für das Gesamtjahr nach wie vor mit einem operativen Ergebnis von 11,5 Mrd. Euro, plus oder minus 500 Mio. Euro. Auf die Aussagen von Finanzvorstand Giulio Terzariol bezüglich einer mögichen internen Fusion zwischen Euler Hermens und AGCS höte man jedoch genauer hin. „Es gibt Kapitalsynergien, die wir heben können“, sagte der Italiener. Das sei auch ohne einen vollständigen Zusammenschluss der beiden Töchter möglich. Es reiche aus, einzelne Einheiten zu vereinigen. „Sie können davon ausgehen, dass wir keine Fusion haben werden.“ Im Vertrieb und der Produktentwicklung sei aber eine engere Zusammenarbeit möglich. Die Münchenerer prüften zusammen mit der Unternehmensberatung Oliver Wyman seit Anfang des Jahres eine Neuordnung des Industriegeschäfts und eine mögliche Zusammenarbeit des hauseigenen Industrieversicherers AGCS mit der erst im vergangenen Jahr komplett übernommenen Euler Hermes. Eine Fusion der Unternehmenstöchter schien durchaus sinnvoll zu sein. Schließlich könnte die neue Gesellschaft deutlich schlanker und kosteneffizienter aufgestellt werden. Ferner könnten Kunden eine größere Produktpalette aus einer Hand angeboten werden.Der Allianz-Finanzchef dämpfte zugleich Spekulationen, dass der Versicherer nach der Deutschen Bank-Tochter DWS greifen könnte. „Großakquisitionen im Asset-Management sehen auf Powerpoint-Präsentationen gut aus“, sagte der Manager, „funktionieren aber in der Realität häufig nicht.“ Insidern zufolge hat aber die Schweizer Großbank UBS im Rennen um die DWS sehr gute Chancen. So sollen die Chefs der beiden Institute schon Sondierungsgespräche geführt haben. 
Die Allianz hat die nötigen Milliarden für einen großen Zukauf. Allerdings bringen diese nur selten die gewünschten Synergieeffekte. Lieber werden kleine Start-ups erworben, die für Bätes Digitalisierungsoffensive Mehrwert schaffen. Inzwischen weist der eigene Start-up-Fonds Allianz X in Volumen von einer Mrd. Euro und 15 Beteiligungen auf, die bekannteste darunter ist die an der Berliner Smartphone-Bank N26. Laut Medienberichten ist die jüngste Akquisition finanzen.de, das bislang dem US-Finanzkonzern Eli Global gehörte…