Erschienen in Ausgabe 6-2019Unternehmen & Management

Wenn Excel nicht mehr ausreicht

Die Informationsverarbeitung unterliegt bei Banken und Versicherern immer stärkeren Regulierungsstandards. Ein systematisches Datenmanagement ist daher unumgänglich und bringt tiefgreifende Änderungen mit sich.

Von Stefanie Kampmann und Simon SulzbachVersicherungswirtschaft

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Infolge der globalen Finanzkrise haben Finanzaufsichtsorgane im In- und Ausland in den vergangenen zehn Jahren zunehmend in die internen Abläufe der Informationsverarbeitung von Finanzinstituten eingegriffen. Die systematische Absicherung von Vollständigkeit, Genauigkeit und Konsistenz der Datenbasis für die Finanz- und Risikoberichterstattung ist seither zentraler Bestandteil des Beaufsichtigungsverfahrens für Banken. Zunehmend konkrete Erwartungen der Aufseher in Bezug auf semantisch eindeutig beschriebene Daten, durchgängig dokumentierte Datenverarbeitungsprozesse, klar geregelte Verantwortlichkeiten für Daten und robuste, integrierte Datenarchitekturen schlagen sich in den geltenden Regulierungs- und Prüfungsstandards nieder.
Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch für die Versicherungsbranche ab. Mit Inkrafttreten von Solvency II ist eine systematische Qualitätsüberwachung der zur Berechnung der Solvenzkapitalanforderung benötigten Daten für Versicherungsunternehmen Vorschrift. In den einschlägigen Verordnungen werden konkrete Qualitätskriterien festgelegt, nach denen Versicherer ihre Daten regelmäßigen Kontrollen unterziehen müssen. Zudem erzwingt die Bewertung von Versicherungsverträgen nach dem IFRS 17-Standard eine weitreichende Integration von Daten der Rechnungslegung, Versicherungsmathematik und anderer Bereiche. Dadurch gilt der hohe Anspruch an die Qualität und Auditierbarkeit, der heute vor allem an Rechnungslegungsdaten gestellt wird, zukünftig für eine deutlich breitere Datenbasis.
Die damit verbundene Herausforderung, Daten aus verschiedenen Bereichen und heterogenen IT-Systemen fachlich und technisch zu integrieren, qualitätszusichern und in konsistenter, nachvollziehbarer Weise zu verarbeiten, macht ein systematisches Datenmanagement unumgänglich. Dieses hat die Aufgabe, unternehmensweit für eindeutige Datendefinitionen, transparente Verarbeitungsprozesse, systematische Qualitätskontrollen und Maßnahmenpläne für den Umgang mit Qualitätsmängeln zu sorgen. Regeln und Pflichten im Umgang mit Daten müssen dazu häufig neu geordnet und überwacht werden. Für die datenverarbeitenden Einheiten kann das zum Teil tiefgreifende Änderungen bedeuten.

Der Mehrwert für Versicherer liegt abseits der Erfüllung aufsichtsrechtlicher Normen

Auch wenn die Notwendigkeit eines unternehmensweiten Datenmanagements im Zuge zukünftiger regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Entwicklungen für die Branche weiter an Bedeutung gewinnen dürfte, liegt der Mehrwert…