Erschienen in Ausgabe 6-2019Unternehmen & Management

Hauptrolle für Sinosure

China Export and Credit Insurance Corporation übernimmt Risikoabsicherung für das Projekt „Neue Seidenstraße“

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

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Für Chinas Riesenprojekt „Neue Seidenstraße“ wird in den westlichen Medien viel stereotypisch über mögliche Kreditfallen berichtet. In Wirklichkeit sorgen sich kreditgebende und projektausführende chinesische Unternehmen selbst um Kredit- und Projektrisiken. Bei der Risikoabsicherung spielt der staatliche Exportkredit-Versicherer China Export and Credit Insurance Corporation, kurz Sinosure, die Hauptrolle. Berichten zufolge hat Sinosure bis August 2018 die an dem Aufbau der Neuen Seidenstraße engagierten Unternehmen mit einer gesamten Versicherungssumme von 643,23 Mrd. US Dollar versichert. Dadurch werden mehr als 1.900 Bauprojekte abgedeckt. Bisher sollen ca. 2,32 Mrd. Dollar als Schadensleistung ausgezahlt worden sein. Anderseits hat Sinosure mit den an der Neuen Seidenstraße beteiligten Ländern 50 Abkommen zur Versicherung von Infrastrukturprojekten abgeschlossen.
Den Bau der Eisenbahnlinie Mombasa-Nairobi, die Ende 2017 in Betrieb genommen wurde, hat Sinosure mit einer Versicherungssumme von 5,55 Mrd. Dollar versichert. Zudem wurde ein positiver Nebeneffekt erzielt: da das Projekt gut versichert war, konnten zusätzliche Investitionen von 4,87 Mrd. Dollar gewonnen werden. Die Versicherungsliste von Sinosure für den Aufbau des neuen Handelsweges ist lang. So finden sich beispielsweise Versicherungen für den Bau eines Wasserkraftwerks in Argentinien, der 4,7 Mrd Dollar kosten soll, den 948 Mio. Dollar teuren Bau des neuen Hafens in Aschdod in Israel und für die Erweiterung des Bandaranaike International Airport in Sri Lankas Hauptstadt. Außer dem staatlichen Versicherer Sinosure gibt es nicht viel kommerzielle Versicherungen, die sich bei dem Grossprojekt engagieren. Zu nennen ist die Taiping Insurance, die in Südostasien aktiv ist. Die größte Versicherungssumme des Unternehmens betrifft einen Industriepark in Indonesien für eine Summe von 3 Mrd. Dollar.

Schlachtfeld Hongkong

Hongkong erlebt derzeit einen großen Investitionsstrom vom chinesischen Festland. Da davon ausgegangen wird, dass die ehemalige britische Kronkolonie im Zuge der von der chinesischen Regierung geplanten Great Bay Area, dem gemeinsamen Markt der chinesischen Provinz Guangdong, Hongkong und Macao weiter an Bedeutung zunehmen wird, sehen chinesische Investoren eine rosige Zukunft. Vor kurzem hat das am Internetgiganten Alibaba beteiligte Gemeinschaftsunternehmen YF Life Insurance International für 913 Mio. Euro 60 Prozent der Anteile am amerikanischen Lebensversicherer MassMutual…