Erschienen in Ausgabe 6-2019Unternehmen & Management

Comeback Kid

Mit der neugegründeten Convex Group mischt Stephen Catlin den Markt auf

Von Philipp ThomasVersicherungswirtschaft

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Der legendäre einstige Lloyd’s-Underwriter Stephen Catlin hatte 2015 die von ihm 1984 in London begründete ab 1999 mit einer steuergünstigen bermudianischen Obergesellschaft versehene Catlin-Group an die bermudianische XL Group veräußert. Diese wiederum wurde 2018 von der Axa übernommen. Im letzten Jahr der Unabhängigkeit hatte die Catlin Group 4,4 Mrd. Dollar an Prämie verzeichnet, bei einem Gewinn in Höhe von 418 Mio. Dollar. Nach der längeren Pause für Stephen Catlin wird es höchste Zeit wieder auf die Bühne zurückzukehren. Dies gilt umsomehr als Catlin drastische Preiserhöhungen „fundamental correction in pricing“ als überfällig betrachtet. Mittlerweile sei schon einiges an Kapital in der Branche vernichtet worden. Catlin’s neue Gesellschaft, die Convex Group, wird aus einer bermudianischen Holding und einem darunter angesiedelten bermudianischen Rückversicherer bestehen und mit 1,8 Mrd. Dollar kapitalisiert sein, die aber auch noch in Richtung drei Mrd. Dollar steigen könnten. Das Kapital kommt von den leitenden Mitarbeitern, die größtenteils früher bereits für Catlin arbeiteten, sowie u.a. dem Investmentfonds Onex Parnters V.
Die Ratingagentur AM Best stattet Convex mit dem üblichen Start-up-Rating "A-" aus. Der Fokus soll auf den Geschäftsfeldern international specialty insurance und reinsurance liegen. Catlin möchte zwar sowohl in den Bermudas als auch in London Geschäft zeichnen, von einem Lloyd’s-Syndikat ist jedoch nicht die Rede. Maklre Willis Re geht davon aus, dass die um die jährlich schwankende Großchadenbelastung normalisierte Eigenkapitalrendite der großen Rückversicherer von 6,7 Prozent im Jahr 2013 auf nur noch 2,7 Prozent im Jahr 2018 zurückgegangen sei - weit weniger als die durchschnittlichen risikoadäquaten Kapitalkosten von 8 Prozent. Schuld daran ist das alternative Risikokapital von 93 Mrd. Dollar, welches von auch noch mit nur wenig über staatlichen Bondrenditen liegenden cat bond returns einverstanden sei. Insgesamt sieht es so aus, als wäre nun für einige Jahre des positiven underwriting cycles einmal wieder richtig Geld in der Rückversicherung zu verdienen. Der alte Hase Stephen Catlin und seine Kapitalgeber dürfte den richtigen Riecher haben. Die hinter dem Firmennamen Convex stehende Philosophie wurde noch nicht geliefert, aber konvexe Linsen finden sich z.B. in Brillen zur Korrektur der Kurzsichtigkeit, was für die geplante Weitsichtigkeit der neuen Organisation stehen könnte. Konvexe Kurve zeigen nach anfänglichem…