Erschienen in Ausgabe 5-2019Trends & Innovationen

Finanzministerium legt neuen Entwurf zum Provisionsdeckel vor

Von VW-Redaktion

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am Gründonnerstag den mit anderen Ministerien abgestimmten Referetenentwurf für einen Provisionsdeckel bei Lebenspolicen veröffentlicht. Das Papier, zu dem Verbände bis zum 16. Mai Stellung nehmen können, enthält keine grundlegende Überarbeitung des BMF-Vorschlages: Es bleibt also dabei, dass das BMF die Abschlussprovisionen auf maximal 2,5 der Bruttobeitragssumme begrenzen möchte – in Ausnahmenfällen soll bei Erfüllung bestimmter Kriterien eine Abschlussprovision, die auch Bestandscourtagen einschließt, von bis zu vier Prozent erlaubt sein. Allerdings gibt es ein paar Änderungen im Detail (dazu die ausführliche Analyse auf Seite 94). Der Bundesverband Deutscher Versucherungskaufleute (BVK) zeigt sich enttäuscht: "Es ist sehr bedauerlich, dass der Gesetzgeber unsere Argumente gegen diesen gravierenden ordnungspolitischen Eingriff in unsere Provisionen nicht angemessen in seinem Referentenentwurf gewürdigt hat. In zahllosen Gesprächen mit den politischen Entscheidungsträgern haben wir oft genug betont, dass ein Provisionsdeckel weder geeignet, noch sinnvoll und nachhaltig ist, die Vermittlung privater Altersvorsorge zu fördern", konstatiert BVK-Präsident Michael H. Heinz. Auch gibt es noch viele Ungereimtheiten bei den wichtigsten Begriffen. Die bisher drei genannten Kriterien Beschwerden, Stornoquote und Beanstandungen der Nichteinhaltung gesetzlicher Vorgaben werden im offiziellen Referentenentwurf um ein viertes ergänzt. Es sollen „nachprüfbare Maßnahmen zur Gewährleistung einer hochwertigen und umfassenden Beratung im bestmöglichen Interesse der Kunden“ herangezogen werden. Klarheit wird allerdings weiterhin keine geschaffen, erklärt Matthias Beenken von Professor für Versicherungswirtschaft an der FH Dortmund.