Quelle: Andreas Hermsdorf/ Pixelio/ www.pixelio.de
Erschienen in Ausgabe 5-2019Schlaglicht

Ranking

Von David Gorr und Michael StanczykVersicherungswirtschaft

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Platz 10: Markus Rieß, Ergo (3 von 6 Punkten)

Quelle: Ergo

Performance: 3 von 6
Markus Rieß zeigt sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit sichtlich zufrieden mit sich und seiner Bilanz. Im Juni 2016 hatte die Ergo ein Sparprogramm aufgesetzt, da war Rieß bereits ein Jahr auf dem Chefsessel. Bis 2020 sollten operativ 540 Mio. Euro pro Jahr eingespart werden. Dazu investierte der Versicherer rund eine Mrd. Euro. Knapp 1.800 Mitarbeiter sollen dem Programm zum Opfer fallen. Auch, weil der Unternehmensumbau Investitionen erforderte, schrieb Ergo 2016 rote Zahlen. Rieß hat den Turnaround geschafft – zumindest gewinntechnisch. 2017 kletterte der Gewinn auf 273 Mio. Euro, 2018 auf 412 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss soll „nachhaltig“ ab 2021 rund 600 Mio. Euro betragen. Dazu haben sicherlich die Verkäufe vieler Tochtergesellschaften im Ausland beigetragen. Und ohne die Geduld und den Investitionen der Muttergesellschaft wären die Lichter bei der Ergo Deutschland AG schon längst aus. Kostentechnisch wurden bis Ende 2018 über 70 Prozent des geplanten Stellenabbaus umgesetzt. Demgegenüber wurden bei Kosteneinsparungen bisher nur etwa die Hälfte des zu 2020 angestrebten Ziels von rund 540 Mio. Euro brutto umgesetzt. Als Rückschlag ist zudem der auf Eis gelegte Aufbau des Industrieversicherers EICS zu werten.


Innovationsgeist: 4 von 6
Seit seinem Amtsantritt 2015 hat Rieß den Tanker Ergo mächtig in Bewegung gebracht. Er begradigte das Geschäftsmodell, warf Altlasten ab, verpasste dem Versicherer eine neue Organisation samt Strategie und zündete digitale Projekte, Stichwort Nexible. Personell tauschte Rieß die Führungsspitze fast komplett aus, räumte den Markt fachlich qualifizierter und digital motivierter Insurance-Professionals förmlich leer. Installierte zuletzt etwa Tomasz Smaczny als Chef der Ergo Technology & Services Management. Um die Versicherungsgruppe wirtschaftlich und strategisch als internationalen Versicherer wettbewerbsfähig zu positionieren, sei eine globale IT-Governance erforderlich, heißt es aus Düsseldorf. Gute Ansatzpunkte – vor allem die IT gilt als akuter Pain Point. Wann die große Schmerzlinderung kommt, bleibt abzuwarten.


Führung: 2 von 6     
Mit seiner Radikalsanierung brachte der Ergo-Chef die Mitarbeiter gegen sich auf, immer wieder kommen Widerstände im Haus hoch. In Erinnerung bleiben große Protestbewegungen und Slogans wie „Alles mies wegen Rieß“. Den Faktor Mensch hat Rieß beim Umbau unterschätzt. Nun muss er mächtig…