Erschienen in Ausgabe 5-2019Unternehmen & Management

In der Sackgasse

Spanische Pensionsfondsverwalter melden tiefrote Zahlen

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Das Pensionsfondsgeschäft in Spanien steckt in der Krise. Nach den vom Verband der Investmentgesellschaften und Pensionsfondsverwalter Inverco vorgelegten Zahlen hat sich der jahrelange Abwärtstrend der Branche im Geschäftsjahr 2018 weiter verschärft. Nahezu alle Kennzahlen sind negativ und zeichnen ein Bild zwischen Stillstand und rückläufiger Entwicklung. Die Pensionsfonds sind das einstige Zugpferd der privaten Vorsorge in Spanien. Es gibt sie bereits seit den achtziger Jahren. Mit Beginn der scharfen Wirtschaftskrise vor rund zehn Jahren haben sie jedoch massiv an Wachstumsdynamik verloren. In den Vorjahren konnten die Pensionsfondsverwalter zumindest noch leichte jährliche Steigerungen beim verwalteten Vermögen vermelden. 2018 war nicht einmal das mehr der Fall und die Branche musste einen Rückgang um 3,7 Prozent auf 107 Mrd. Euro ausweisen. Damit entwickeln sich die Pensionsfondsverwalter sogar noch deutlich schlechter, als die ebenfalls krisengeschüttelten Lebensversicherer. Bei ihnen sind die technischen Rückstellungen für die kapitalbildende Lebensversicherung 2018 um 2,6 Prozent auf 181 Mrd. Euro gestiegen.
Die Strukturprobleme werden beim Blick ins Detail deutlich. Die Anzahl der Pensionspläne ist 2018 erneut zurückgegangen. Aktuell gibt es in Spanien 9,6 Millionen Pensionspläne. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent. Kein Teilsegment konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Zuwachs ausweisen. Verschärfend kommt hinzu, dass ein Großteil der Pensionspläne inaktiv ist. „Zwei Drittel der Inhaber zahlen kein neues Geld in ihre Pensionspläne ein und ein Fünftel zahlt weniger als 900 Euro jährlich“, heißt es von Inverco. Die Vertriebsaktivitäten der Branche konzentrieren sich in erster Linie auf die wenigen aktiven Kunden. Zum Jahresende gibt es alljährlich Marketingkampagnen, um der Konkurrenz Kunden mit Incentives wie Flachbildfernsehern abspenstig zu machen. Neukunden sind dabei kaum im Fokus. Die Netto-Neuzuflüsse in die Pensionspläne sind seit Jahren rückläufig. 2018 waren sie nach Inverco sogar negativ. Die Inhaber von Pensionsplänen zahlten 4,9 Mrd. Euro ein, während die Branche Leistungen in Höhe von 5,1 Mrd. Euro ausgezahlt hat. Unter dem Strich steht damit ein Minus von rund 200 Mio. Euro. In den Jahren vor der Wirtschaftskrise in 2008 flossen jährlich noch bis zu fünf Mrd. Euro netto in die Pensionspläne.
Die Ursachen für die anhaltend schwache Entwicklung des Pensionsfondsgeschäfts sind kurzfristiger und…