Erschienen in Ausgabe 5-2019Märkte & Vertrieb

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Was Sie über Katastrophenbonds wissen sollten 

Von Florian PuschVersicherungswirtschaft

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Der Kapitalmarkt hat sich im 21. Jahrhundert rasant weiterentwickelt und dabei immer wieder neue Instrumente hervorgebracht, Renditen für kapitalorientierte Investoren zu generieren. Dabei wurde auch die Schnittstelle zum Versicherungsmarkt hergestellt, indem durch Katastrophenbonds, auch CAT-Bonds genannt, den Erst- und Rückversicherern eine Alternative zur Absicherung von Großschadenereignissen gegeben wurde, die im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Der Eintritt von Naturkatastrophen und die damit verbundenen hohen Schadenaufwendungen auf Seiten der Versicherer stellten die Versicherungsbranche vor neue Herausforderungen, das versicherungstechnische Risiko angemessen zu bepreisen. Als Alternative zur traditionellen (Rück-)Versicherung wird die Möglichkeit, versicherungstechnische Risiken im Rahmen eines Katastrophenbonds auf den Kapitalmarkt zu transferieren und es dort potentiellen Investoren anzubieten, genutzt. Dabei spricht man vom sogenannten „alternativen Risikotransfer“, welcher über ein speziell für diesen Zweck gegründetes Organ, dem „Special Purpose Vehicle“ (SPV), abgewickelt wird. Das SPV fungiert als Vermittler für die beteiligten Akteure und verwaltet die Zahlungsströme auf einem Treuhandkonto. Die Einlagen der Investoren werden in kurzfristigen Kapitalanlagen angelegt und dabei Erträge erwirtschaftet, die wiederum den Investoren als Rendite zugute kommen. Die Kosten für dieses Konstrukt trägt dabei der Erst- oder Rückversicherer als Alternative zur Rückversicherungsprämie. Sollte es während der Laufzeit des Katastrophenbonds zu einem vorab definierten anspruchsauslösenden Ereignis, zum Beispiel Erdbeben, Flut oder Hurrikan (oftmals auf die Höhe des Schadens in einer bestimmten Region begrenzt) kommen, erhält der Erst- oder Rückversicherer eine Entschädigungszahlung aus dem SPV für die Ansprüche, die ihnen aus den einzelnen Versicherungsverträgen mit ihren Kunden entstanden sind. Das eingesetzte Kapital der Investoren ist in diesem Fall meistens zu voller Höhe dem Verlustrisiko ausgesetzt. Falls es während der Laufzeit des Katastrophenbonds, die üblicherweise mehrere Jahre beträgt, nicht zu einem anspruchsauslösenden Ereignis kommt, erhalten die Investoren ihr eingesetztes Kapital zurück. Katastrophenbonds sind demnach im Vergleich zur klassischen Rückversicherung deutlich komplexer, da hier neben den Erst- und Rückversicherern noch weitere Akteure beteiligt sind.

Attraktiv für Investoren und Rückversicherer