Erschienen in Ausgabe 5-2019Märkte & Vertrieb

Türöffner für das Geschäft mit den vier Wänden

Gebäudepolicen sind eine unverzichtbare Deckung für jede Immobilie. Dennoch sind nur knapp mehr als die Hälfte der Immobilienbesitzer gewerblich genutzter Gebäude versichert. Ein unerschöpfliches Vertriebspotenzial für Versicherungsmakler – nur mit entsprechender digitalen Unterstützung.

Von Christopher LeifeldVersicherungswirtschaft

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Betriebshaftpflicht-, Inhalts- und Kfz-Versicherung gelten im Gewerbesegment als vielversprechende Türöffner. Aber auch die Gebäudeversicherung sollte im Repertoire eines jeden Vermittlers nicht fehlen. Der Markt für gewerbliche Gebäudeversicherungen ist enorm groß: laut dem dena-Gebäudereport 2016 gibt es in Deutschland knapp 3 Millionen Nichtwohngebäude – wobei Industriegebäude nicht einmal eingerechnet sind. Das sind somit knapp 3 Millionen potenzielle Kunden. Egal ob Lagerhalle oder Einkaufszentrum – wird eine Immobilie überwiegend gewerblich genutzt, wird auch eine gewerbliche Gebäudeversicherung benötigt.
Auch die Notwendigkeit von Gebäudeversicherungen lässt sich kaum bestreiten. Kommt es zu einem Feuer, beschädigt Leitungswasser infolge eines Rohrbruchs das Gebäude oder richtet ein Unwetter Schaden an der Immobilie an, muss der Gebäudebesitzer ohne passenden Versicherungsschutz für die Kosten aufkommen. Des Weiteren können durch Mietausfälle oder Betriebsunterbrechungen weitere Folgen mit einem Schaden am Gebäude zusammenhängen. Dennoch sind laut der Gothaer KMU Studie 2018 nur etwas mehr als die Hälfte der kleinen und mittelständischen Unternehmen durch eine gewerbliche Gebäudeversicherung abgesichert. So entsteht für Versicherungsmakler ein attraktiver Vertriebsansatz bei seinen Kunden.

Nutzungsart der Immobilie klären

Zunächst gilt es die richtige Sparte der Gebäudeversicherung zu identifizieren. Rein wohnwirtschaftlich genutzte Gebäude benötigen eine private, geschäftlich genutzte Immobilien hingegen eine gewerbliche Gebäudeversicherung. Bei Mischnutzung wird in der Regel die mehrheitliche Nutzungsart zugrunde gelegt. Wird das Gebäude also zu mehr als 50% gewerblich genutzt, muss eine gewerbliche Gebäudeversicherung abgeschlossen werden. Als Rechengrundlage dient meist die Quadratmeteranzahl des Gebäudes.
Was vielen Maklern nicht bewusst ist: Die private und gewerbliche Gebäudeversicherung unterscheiden sich nicht nur durch die Nutzungsart der Immobilie. Auch bei den Versicherungsmodellen zeigen sich oftmals immense Differenzen. Private Gebäudeversicherungen werden meist nach dem Wert 1914 versichert. Geschäftsgebäude hingegen werden in Höhe des aktuellen Neuwerts abgesichert. Wieso diese Unterscheidung so wichtig ist? Anders als bei der privaten Gebäudeversicherung wird die Versicherungssumme der gewerblichen Gebäudeversicherung nicht automatisch an die Steigerung der Baukosten angepasst. Der Versicherungsschutz muss also regelmäßig geprüft und…