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Erschienen in Ausgabe 5-2019Unternehmen & Management

Rabattschlacht um gekaufte Listenplätze

Das Internet steigert angeblich die Transparenz auf dem Versicherungsmarkt. Dabei müssen die Unternehmen viel Geld an Google und an die Vergleichsportale zahlen, um überhaupt sichtbar zu sein. Lohnt sich dieser Vertriebsweg trotzdem?

Von Sabine T. RuhVersicherungswirtschaft

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Weniger als zehn Prozent der Versicherungen sollen einer Studie zufolge auf Vergleichsportalen abgeschlossen werden. Doch ein Vertriebskanal wie viele andere sind die Internetanbieter nicht. Das sieht auch das Bundeskartellamt so. Die Behörde stellte am 12. Dezember 2018 eine sogenannte Sektoruntersuchung zu Internet-Vergleichsportalen vor. Diese  Untersuchung zahlreicher Vergleichsportale aus den Dienstleistungsbereichen Reisen, Energie, Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen hat den Verdacht auf Verbraucherrechtsverstöße aufkommen lasen. Die betroffenen Unternehmen hatten bis Anfang Februar die Chance, Stellung zu nehmen. Der Abschlussbericht soll in wenigen Monaten veröffentlicht werden.  „Internet-Vergleichsportale sind ein wichtiges Werkzeug, solange sie objektive und unverfälschte Ergebnisse liefern. Viele Vergleichsinformationen sind zutreffend und seriös,“ so Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Aber unsere Untersuchung offenbart auch eine Anzahl von möglichen Rechtsverstößen. Es fehlt oft an einer Aufklärung der Verbraucher darüber, wie die Reihenfolge der Suchergebnisse und die Empfehlungen der Vergleichsportale im Einzelnen zu Stande kommen. Dies kann zu Fehleinschätzungen der Verbraucher führen. So werden bei Versicherungsvergleichen zum Teil wichtige Anbieter nicht einbezogen. Und mitunter deckt ein Portal weniger als 50 Prozent der im Markt befindlichen Angebote ab. Kurzum: Der Verbraucher kann sich nicht immer darauf verlassen, tatsächlich das für ihn beste Angebot auf einem Vergleichsportal zu finden.“

Bundeskartellamt sieht Handlungsbedarf

143 Seiten lang ist die Sektoruntersuchung des Bundeskartellamtes zu Vergleichsportalen. Das Amt stellte eine niedrige Marktabdeckung bei Versicherungen fest und schrieb dazu auf Seite  25: „Die Zahl der im Bereich Versicherungen tätigen Vergleichsportale ist anscheinend geringer als im Energie- und Telekommunikationsbereich, möglicherweise aufgrund der zusätzlichen gesetzlichen Vorgaben. Im Rahmen der Strukturbefragung hat das Bundeskartellamt Angaben von 17 Vergleichsportalen aus diesem Bereich erhalten. Check24 ist dabei im Versicherungsbereich spartenübergreifend das mit Abstand größte der hier betrachteten Vergleichsportale. Die von Vergleichsportalen im Versicherungsbereich erzielten Umsätze generieren sich zu über 90 Prozent aus Provisionszahlungen.“ Die Ausführungen werden auf Seite 43 präzisiert: „Von den untersuchten Portalen, die im Bereich der Kfz-Versicherung einen…