Erschienen in Ausgabe 5-2019Politik & Regulierung

Grüne Gefahr für den Betrieb

Die Stromerzeugung durch Erneuerbare Energie ist ein komplexes Geschäftsmodell. Aufgrund der hohen Individualität der technischen Spezifikation der Anlage ist der Versicherungsschutz einer Betriebsunterbrechung ebenfalls spezifisch zu gestalten. Ein Überblick.

Von Dr. Reinhard KeilVersicherungswirtschaft

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Der schrittweise Ausstieg aus der Stromerzeugung durch den Verbrauch  fossiler Brennstoffe und der Atomkraft bei gleichzeitiger Förderung der Entwicklung alternativer Energietechnologien wird mit der geplante Energiewende in der Bundesrepublik Deutschland durch ein Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien begleitet. Die Ziele des Gesetzes sind die Entwicklung alternativer Technologien zur Stromerzeugung auf der Grundlage nachhaltiger neuer Energiequellen, neuer Formen der Speicherung der erzeugten Energie und die schrittweise Ablösung herkömmlicher Energieerzeugungssysteme. Mittels ausgewählter Förderungsmechanismen der Vergütung des erzeugten und eingespeisten Stroms werden potentielle Investoren stimuliert, derartige Stromerzeugungsanlagen erneuerbarer Energien flächendeckend einzusetzen. Die Erzeugung von Strom wird gem. §3 (21) EEG für folgende Techniken erneuerbarer Energien gefördert:

a) Wasserkraft, einschließlich Wellen-, Gezeiten-, Salzgradienten- und Strömungsenergie,

b) Windenergie,

c) solare Strahlungsenergie,

d) Geothermie,

e) Energie aus Biomasse, einschließlich Biogas, Biomethan, Deponiegas und Klärgas,  sowie aus dem biologisch abbaubaren Anteil von Abfällen aus Haushalten und Industrie.
Das betriebswirtschaftliche Ziel, eine erneuerbare Energieerzeugungsanlage zu betreiben, besteht für die Investoren in der Erwirtschaftung von Gewinnen und der Absicherung der Kosten des Betriebes. Das setzt voraus, dass die Anlagen ohne Unterbrechungen betrieben werden können. Mit der Unterbrechung in der Nutzung der Anlagen tritt unmittelbar ein Betriebsunterbrechungsrisiko in Form des Ertragsausfalls und des Mehrkostenrisikos auf. Auf Grund der hohen Individualität der technischen Spezifikation der Energieerzeugungsanlagen, sowie der vertraglichen Vereinbarungen zum Strombezug (Stromliefervertrag incl. Reserveleistungen) und der Stromeinspeisung (Netznutzungsvertrag), ist der Versicherungsschutz einer Betriebsunterbrechung für jede Energieerzeugungsanlage spezifisch zu gestalten. Die Analyse der anlagenspezifischen Risikosituation sollte sich dabei sowohl auf die Errichtungs-, als auch auf die Betriebsphase erstrecken.

Betriebsunterbrechungsversicherung von Biogasanlagen

Biogasanlagen produzieren durch die Fermentierung von Einsatzrohstoffen verschiedener Art Biogas mit differenziertem Methangehalt. Aus der weiteren Verwendung des Biogases unterscheidet man prinzipiell

a) Biogasanlagen ohne BHKW: Bei diesen Anlagen wird das produzierte Biogas über eine…