Abbildung 1: Informationsübersicht Connected Cars
Abbildung 1: Informationsübersicht Connected CarsQuelle: zeb
Erschienen in Ausgabe 5-2019Unternehmen & Management

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Wie das Connected Car das Zusammenspiel von Kunde, Autobauer und Versicherer verändert

Von Philip Franck und Matthias Lehneis und Ahmet TuzcuVersicherungswirtschaft

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Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Alltagsgegenständen mit dem Internet wird auch die Nutzung von Automobilen als einen Schlüsselbaustein dieses „Internet of Things“ tiefgreifend verändern. Wo Hersteller heute vorrangig Luxus- oder Premiummodelle mit werkseitig verbauten Telekommunikationsmodulen ausstatten, wird bis 2022 jedes 3. Automobil mit dem Internet verbunden sein. Zentraler Treiber ist dabei u.a. auch die Verordnung der EU, jedes Neufahrzeug ab 2018 mit dem automatischen Notrufsystem eCall auszustatten. In der Folge werden zukünftig auch Mittelklasse-Modelle als sog. „Connected Cars“ mit dem Internet kommunizieren.
Der Begriff des „Connected Car“ definiert sich dabei im Wesentlichen durch zwei Aspekte:

  1. Die Generierung und Sammlung von großen Mengen an (Sensor-)Daten aus dem Automobil. Beispielsweise zu individuellem Fahrverhalten, den gewählten Routen oder der Abnutzung von Komponenten
  2. Der Transfer, die Speicherung und Verknüpfung/ Auswertung mit weiteren Daten (z.B. Vertragsdaten des Kunden) in der Hoheit des Automobilherstellers (OEM [Original Equipment Manufacturer]).

Die Speicherung und Weiterverarbeitung in den Plattformen des Automobilherstellers eröffnet weitreichende Möglichkeiten zum Angebot zusätzlicher Services, welche über die reine Nutzung des Automobils zum Transport von A nach B hinausgehen. Wesentliche, bis dato existierende (technische) Restriktionen, u.a. die kostenintensive Installation zusätzlicher Telematik-Hardwarekomponenten in einer umständlichen Nachrüstung für den Kunden, werden künftig aufgrund der werkseitig verbauten Telekommunikationsmodule entfallen. Durch die Verfügbarkeit von präziseren Daten und  einer breiteren Datenmenge einerseits sowie durch die verringerte Abhängigkeit andererseits kann die Einführung von Zusatzservices zukünftig einfacher, zielgerichteter und schneller durch den OEM erfolgen. Die Eliminierung technischer Restriktionen und Abhängigkeiten zu Dritten aus Sicht des Automobilherstellers wirkt sich dabei besonders positiv auf den Endkunden aus:  Für den Kunden erhöht sich der Mehrwert, da einerseits die „Schwelle“ zur Nutzung von Zusatzservices gesenkt wird, andererseits die Services zukünftig „aus einer Hand“ bezogen werden können. Beispiele solcher zusätzlicher Services sind die automatische Übertragung der Fahrzeugposition im Falle eines Notfalls, personalisierte Navigation, die Anzeige freier Parkplätze oder telematikbasierte Kfz-Versicherungen.
Insbesondere letztgenannter…