Erschienen in Ausgabe 4-2019Unternehmen & Management

Schlag ins Kontor

Mapfre verliert Marktführerschaft in der Nichtlebensversicherung an die Mutua Madrileña

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Der spanische Versicherungsmarkt hat einen neuen Branchenprimus in der Nichtlebensversicherung. Die in dieser Disziplin jahrzehntelang führende Mapfre wurde von der Mutua Madrileña auf den zweiten Rang verdrängt. Das zeigen die gerade vom Forschungsinstitut Icea vorgelegten Zahlen zu den größten Versicherungsgruppen dieses Segments in 2018. Der spanische Gesamtmarkt ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,3 Prozent auf 64,2 Milliarden Euro gewachsen. Die Nichtlebensversicherung war die Wachstumslokomotive mit einer Steigerung des Prämienaufkommens um 3,9 Prozent auf 35,4 Mrd. Euro. Die unter der Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit agierende Mutua Madrileña hat in 2018 demnach eine Wachstumsrate über dem Marktdurchschnitt von 4,8 Prozent auf 5,05 Mrd. Euro erreicht. Mit einem Marktanteil von 14,3 Prozent hat sie sich dadurch hauchdünn vor die Mapfre geschoben. Erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte führt sie damit das Klassement der größten Nichtlebensversicherer Spaniens an. „In den vergangenen zehn Jahren sind wir vom siebtgrößten Nichtlebensversicherer zur Nummer eins in diesem Segment aufgestiegen“,  heißt es von der Mutua Madrileña. Die Mapfre entwickelte sich im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Wachstum unterhalb des Marktdurchschnitts von 3,3 Prozent auf ein Prämienvolumen von 5,01 Mrd. Euro weniger dynamisch. Der Marktanteil des in Madrid beheimateten Assekuranzhauses liegt dadurch bei 14,1 Prozent.

Es war ein Führungswechsel mit Ansage, denn über das vergangene Jahrzehnt hinweg lagen die Wachstumsraten der Mutua Madrileña in der Nichtlebensversicherung stetig über denen der Mapfre. Für die Mapfre ist der Verlust der Führungsposition in der spanischen Nichtlebensversicherung ein herber Rückschlag. Erst vor wenigen Jahren hatte sie die Spitzenposition im Gesamtmarkt an den Bancassurance-Versicherer VidaCaixa abgeben müssen. Geblieben war ihr danach lediglich die Rolle als Branchenprimus in ihrer Paradedisziplin Nichtlebensversicherung, die sie nun ebenfalls verloren hat. Der Wettstreit um die Krone in diesem Segment ist ein Zweikampf. Die Allianz als drittgrößter Nichtlebensversicherer Spaniens folgt erst mit deutlichem Abstand. Sie konnte in 2018 ihr Beitragsaufkommen um 5,3 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro erhöhen. Der Marktanteil ist mit rund sieben Prozent gerade einmal halb so hoch, wie der der beiden führenden Gesellschaften. Die Top Five werden komplettiert von dem spanischen Traditionsversicherer Catalana Occidente mit…