Erschienen in Ausgabe 4-2019Märkte & Vertrieb

Der Virus lauert überall

Cyberkriminalität rüttelt an den Grundpfeilern der Informationstechnologie. Gerade die Kombination aus neuer Angriffsqualität und fortschreitender Digitalisierung hebt die Bedrohungslage auf ein bislang ungekanntes Niveau. Dass Cyberschutz sehr divers ausgestaltet und ausgeführt wird, ist beinahe schon typisch für die Branche.

Von Sabine Pawig-SanderVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Die variantenreiche Bedingungs-und Produktlandschaft und ihre Folgen für die Bewertung von Cyber-Policen wurde bereits vielfach beleuchtet, oft genug beklagt. Doch die Ausformulierung des materiell-inhaltlichen Deckungsumfanges ist nur ein Aspekt bei der Beurteilung der auf dem Markt erhältlichen Angebote. Wie unterschiedlich einzelne Produkte tatsächlich aufgebaut und organisiert sind, zeigt sich auch auf der Schadenseite selbst. Umso mehr, als dass die von Versicherer zu Versicherer teils sehr unterschiedliche Gestaltung des Schadenhandlings den Versicherungsnehmern einen Überblick und Vergleich ohne fachkundige Unterstützung erschwert. Dabei  ist die Bereitstellung eines Expertenteams im Schadenfall eine der Kernleistungen der Cyber-Versicherung und damit sowohl für Versicherungsnehmer als auch für Versicherer von zentraler Bedeutung.

Hilfe rund um die Uhr

Als zahlender Risikoträger hat der Versicherer zunächst einmal ein starkes Interesse daran, die Höhe des Schadens zu begrenzen. Schnelligkeit ist gefragt. Denn sowohl der weitere Schadenverlauf als auch die Schadenhöhe hängen nicht nur massiv davon ab, ob eine Datenschutzrechtsverletzung – oder mehr noch ein Cyber-Angriff – rechtzeitig erkannt wird. Vielmehr gilt es, nach Bekanntwerden des Schadens so früh wie möglich die richtigen Schritte einzuleiten. Haben sich beispielsweise Hacker via Schadsoftware Zugriff auf die unternehmenseigene IT verschafft, kann die Ausbreitung der Malware beziehungsweise die Zugriffsmöglichkeit auf das betreffende Computersystem umso besser reduziert werden, je früher die unbefugte Nutzung lokalisiert wird und je schneller daraufhin geeignete Maßnahmen die Übertragungswege der Schadsoftware innerhalb des Netzwerkes blockieren. Die meisten Versicherer haben vor diesem Hintergrund eine Schadenhotline installiert, die der Versicherungsnehmer im Krisenfall rund um die Uhr kontaktieren kann. Auf diesem Weg ist gewährleistet, dass eine Unterstützung auch dann abgerufen werden kann, wenn der Schadenfall außerhalb der regulären Arbeitszeiten oder an Sonn- und Feiertagen eintritt. Inwiefern eine nationale Hotline mit deutsch- beziehungsweise englischsprachigen Ansprechpartnern sinnvoll ist oder ob sich gar ein internationales Expertennetzwerk empfiehlt, hängt vom Kundentyp ab. Je nachdem kann sowohl die eine als auch die andere Ausgestaltung von Vorteil sein – Angebote sollten entsprechend gründlich geprüft werden. Die eigentliche Unterstützung über die Hotline liegt nämlich vor…