Erschienen in Ausgabe 4-2019Politik & Regulierung

Wo das Kapital gut aufgehoben ist

Verlässliche Verwahrstellen bieten mehr als bloße Abwicklung

Von Anja SchlickVersicherungswirtschaft

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Bei der Kapitalanlage sehen sich Versicherer und andere institutionelle Investoren auch 2019 mit unverändert hohen Herausforderungen konfrontiert. Regulierung, Digitalisierung und ein anspruchsvolles Kapitalmarktumfeld bleiben die bestimmenden Themenfelder. Die Digitalisierung eröffnet einerseits neue Möglichkeiten, fordert aber gleichzeitig eine umfangreiche Anpassung langjährig etablierter Prozesse. Derweil sorgt das noch auf unbestimmbare Zeit anhaltende Niedrigzinsumfeld für erhebliche Schwierigkeiten, erforderliche Anlageziele zu erreichen. Das gilt umso mehr, als es von einer kontinuierlichen Ausweitung der Regulierung flankiert wird. Auf dieser aufsichtsrechtlichen Seite dominiert für die Versicherer weiterhin der Umgang mit dem 2016 eingeführten europäischen Solvency-II-Regelwerk als herausfordernde Aufgabe. Nun müssen sich indessen auch Pensionsfonds und -kassen auf neue Anforderungen an das Berichtswesen einstellen; ab kommendem Jahr greift für die Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV) die europäische EbAV-II-Richtlinie über das entsprechende Umsetzungsgesetz – wie sich jedoch für die Betroffenen abzeichnet, wohl nicht auf Solvency-II-Niveau.
Bei allen regulatorischen wie marktseitigen Veränderungen, die die Kapitalanlageaktivitäten der Versicherer beeinflussen und teilweise merklich erschweren, gibt es aber auch wichtige Konstanten. Verlass ist etwa auf die Verwahrstelle als entscheidende Kontrollinstanz für das gesamte Anlagespektrum, das über Fonds abgedeckt wird. Die Verwahrstelle, der die Verwahrung der Vermögensgegenstände eines Investmentsondervermögens und entscheidende Kontrollaufgaben obliegen, ist zunächst Garant für einen höchstmöglichen Schutz der Investoren. Als Dienstleister der Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) auf der einen und den Investoren auf der anderen Seite verwahrt sie die Vermögensgegenstände jedes Fonds separat auf individuellen Sperrkonten und schützt sie so gegen unberechtigten Zugriff – etwa im Insolvenzfall der KVG.
Darüber hinaus hat der Gesetzgeber den Verwahrstellen eine Reihe weiterer klar definierter Aufgaben zugewiesen. So haben sie sämtliche Transaktionen und die Ausgabe und Rücknahme von Fondsanteilen abzuwickeln, Zahlungsströme und Einhaltung der Anlagegrenzen zu überwachen sowie Bewertungsprozesse und Ertragsverwendung zu prüfen. Um den Schutz der Investoren zu verbessern, hat der Regulator diese Pflichten in den vergangenen Jahren präzisiert und teilweise deutlich ausgeweitet…