Quelle: Preqin, 2018
Erschienen in Ausgabe 4-2019Unternehmen & Management

Nachhaltigkeit wird zum Thema

Mit Blick auf 2019 gilt es für Anleger mehr denn je, bei Infrastrukturprojekten langfristig zu denken. Mit entsprechenden Engagements für Nachhaltigkeit haben sie deutlich höhere Chancen, ein offenes Ohr bei Aufsichtsbehörden und Regierungen zu finden.

Von Ingrid EdmundVersicherungswirtschaft

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Anleger sind derzeit so stark an Infrastrukturanlagen interessiert wie noch nie. Warum? Sie können relativ hohe Renditen bieten, die gerade Investoren mit der Anforderung, regelmäßige Erträge zu erwirtschaften, z. B. Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds, im anhaltenden Niedrigzinsumfeld nur schwer finden können. Anlegern eröffnet sich im Infrastrukturbereich derzeit eine Vielzahl von Möglichkeiten, da der Privatsektor versucht, eine von Regierungen hinterlassene Finanzierungslücke zu schließen. Europa etwa benötigt laut Schätzungen der Europäischen Kommission bis 2020 Infrastrukturinvestitionen in Höhe von zwei Billionen Euro, nur um wettbewerbsfähig zu bleiben. In angespannten wirtschaftlichen Zeiten können derartige Summen von den meisten Regierungen einfach nicht allein gestemmt werden. Europas Infrastruktur muss vielerorts dringend erneuert werden, aber in einer Art und Weise, die langfristig nachhaltig ist. Zum Beispiel werden Häfen ausgebaut, um die Lieferketten effektiver zu gestalten und sicherzustellen, dass Waren effizienter rund um die Welt transportiert werden können. Diese Modernisierungen werden die Hafenkapazitäten verbessern und bedeuten letztendlich einen besseren Service für die Kunden. Demgegenüber könnte die Notwendigkeit, eine neue, striktere Obergrenze für den Schwefelgehalt von Schiffstreibstoffen einzuhalten, die Umsätze der Häfen sinken lassen, da die Speditionen künftig möglicherweise härtere Preisverhandlungen führen werden. In diesem sich ständig verändernden Umfeld müssen Infrastrukturanleger die Chancen und Herausforderungen sorgfältig gegeneinander abwägen. Die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit und neuen Technologien stellt in vielerlei Hinsicht ein neues Zeitalter der Infrastrukturanlagen dar. Anleger konzentrieren sich derzeit stärker als je zuvor auf die Themen Umwelt, Soziales und Governance (ESG). ESG und Infrastrukturinvestitionen passen dabei perfekt zueinander. Ein Großteil von Europas alternder Infrastruktur muss erneuert werden, um sicherzustellen, dass sie nachhaltig ist. Bei Investitionen in die Infrastruktur ist es unserer Meinung nach wichtig, langfristig zu denken, Projekte zu bauen, die nachhaltig und ökologisch verantwortlich sind, und bereit zu sein, kontinuierlich Verbesserungen vorzunehmen. Letzten Endes wird dies zu besseren Erträgen und einem geringeren Risiko führen, da Politiker und Regulierer dann seltener eingreifen dürften.

Derzeit entfallen rund 30 Prozent der