Quelle: mt
Erschienen in Ausgabe 4-2019Köpfe & Positionen

Mut zum Wandel

Entscheider aus Politik und Wirtschaft über tektonische Bewegungen in Versicherung

Von VW-RedaktionVersicherungswirtschaft

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„No Action, Talking Only“

Wenn Sozialminister Hubertus Heil über die NATO spricht, meint er nicht das nordamerikanische Verteidigungsbündnis. Bei Heil steht das Akronym vielmehr für „No Action, Talking Only - keine Taten, nur Gerede“. Eben das kann man sich beim Thema Altersvorsorge nicht mehr erlauben, wie Heil nun auf der Diskussionsveranstaltung Sozialpartnermodelle jetzt! des Eberbacher Kreises in Berlin betonte. „Wir können es uns nicht leisten in diesem Land, dass ein Großteil der Arbeitnehmer keine Betriebsrente hat", erklärte Heil und nahm damit auch Bezug auf die jüngst vom Bundesarbeitsministerium vorgelegte bAV-Bestandsaufnahme. Zwar hat die Zahl der bAV-Anwartschaften zuletzt zugelegt – jedoch nicht so stark wie die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Folge hieraus: Der Verbreitungsgrad der betrieblichen Altersversorgung sank von 58,9 Prozent im Jahr 2013 auf 55,6 Prozent im Jahr 2017. Zwar verfügen in Deutschland 70 Prozent der Beschäftigten entweder über eine bAV-Anwartschaft oder aber eine Riester-Rente. „Aber von den Menschen, die eine zusätzliche Altersvorsorge am nötigsten haben, nämlich die mit einem Einkommen von unter 1.500 Euro im Monat, hat die Hälfte weder das eine noch das andere“, kritisierte Heil. Hier soll das Betriebsrentenstärkungsgesetz ansetzen, insbesondere mit der Einführung des Sozialpartnermodells. Soll, wohlgemerkt. Denn bislang haben Gewerkschaften und Arbeitgeber die Möglichkeit, eigene Versorgungssysteme zu gründen, nicht genutzt. Von den geforderten Taten ist bislang nichts zu sehen. „Wir müssen Push in die Frage bringen, wie dieses Instrument praktisch genutzt werden kann", drängte Heil dann auch, der endlich Ergebnisse sehen möchte. Soll das Gesetz nämlich nicht als Rohrkrepierer in die Annalen der Sozialgesetzgebung eingehen, muss es langsam – ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes – zu Vereinbarungen kommen. Ende Februar hatte Heil aus diesem Grund Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaften zu einem internen Gespräch in sein Ministerium geladen.

Ängste nehmen

Den kulturellen Wandel im Unternehmen hält Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Axa Konzern AG, für einen der wichtigsten Hebel, um die sich ändernden Anforderungen an Versicherungsunternehmen zu bewältigen. Zu diesem Schluss kam er während des 19. Vorlesungstages des Instituts für Versicherungswesen an der Universität Leipzig. Von entscheidender Bedeutung für das Gelingen des Kulturwandels seien die Mitarbeiter. Man ermutige sie…