Quelle: vw
Erschienen in Ausgabe 4-2019Trends & Innovationen

„In unterpreisigen Märkten gibt es keine guten Risiken“

AIG-Deutschland-Chef Alexander Nagler über wichtige Drehmomente und erfolgskritische Märkte

Von David Gorr und Michael StanczykVersicherungswirtschaft

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Sie sind seit 2014 als AIG-Hauptbevollmächtigter zuständig für die strategische Ausrichtung des Unternehmens in der DACH-Region. Welche Veränderungen haben Sie in ihrer mittlerweile knapp fünfjähriger Amtszeit vorgenommen?

Ich bin inzwischen insgesamt schon seit  20 Jahren bei AIG. Man hat mich 2014 nach Deutschland geschickt, um AIG  hier wieder auf Kurs zu bringen. Die Ergebnisse waren zu diesem Zeitpunkt nicht gut. Es zeichnete sich ab, dass tiefe Einschnitte notwendig sein würden.

... mitunter bei der strategischen Ausrichtung und auf Seiten des Personals ... 

Ja, unsere Mitarbeiter hatten natürlich einen großen Impact. Die Gesamtmannschaft hat zusammen nicht gut funktioniert, es gab zu viel Silodenken. Heutzutage kann man auf diese Weise nicht am Markt bestehen. Deshalb haben wir viel in neue Mitarbeiter investiert, die zum einen erfahrene Experten auf ihrem Gebiet sind, aber auf der anderen Seite auch Teamplayer. Und wir haben die Teams, mit denen wir uns Wachstum versprechen, stark ausgebaut. Vor vier Jahren etwa war lediglich ein Mitarbeiter für Cyber und Berufshaftpflicht zuständig. Heute haben wir sechs Underwriter für die Berufshaftpflicht und zehn Underwriter und Ingenieure für die Cyberversicherung. Auch im Bereich M&A haben wir überproportional investiert, so dass das Team von drei auf heute 15 Underwriter gewachsen ist. 

Was zählt ist am Ende die Qualität. Worauf haben Sie beim Recruiting vor allem geachtet?

... dass die neuen Mitarbeiter nicht nur fachliche Kompetenz mitbringen, sondern auch als Persönlichkeiten zu uns passen. Zudem haben wir die Büros umgebaut und ein modernes Arbeitsumfeld geschaffen, was sich positiv auf die Stimmung aller Mitarbeiter ausgewirkt hat.

Wie würden Sie die jetzige Stimmung beschreiben? Ist die AIG Europe wieder auf Kurs?

Die Stimmung ist allgemein sehr positiv. Die letzten Jahre des Umbaus waren hart, wir haben viel bewegt und jetzt beginnt der schönere Teil der Arbeit. Wir sehen das Licht am Ende des Tunnels, wie es so schön heißt. Ich bin überzeugt davon, dass wir dieses Jahr schwarze Zahlen schreiben werden. Das haben wir 2018 knapp verpasst, obwohl das vierte Quartal äußerst gut verlaufen ist. Dieser Trend setzt sich nun mit einem starken ersten Quartal fort. 

Mit welcher Kennzahl messen Sie Ihren Erfolg?

Bei einem Großkonzern schaut man auf das Return on Equity. Bei uns als Niederlassung auf die Combined Ratio. Unser Ziel liegt in der Spanne zwischen 90 und 95 Prozent. Das interne Motto lautet: „Grinding…