Carolin Gabor, Chief Commercial Officer Finleap: „Wenn Sie einem Christopher Oster jeden Morgen und Abend sagen, was er tun soll, wird er sich wie ein Angestellter verhalten und nicht wie ein Unternehmer, also ohne Mut zum Risiko.“
Carolin Gabor, Chief Commercial Officer Finleap: „Wenn Sie einem Christopher Oster jeden Morgen und Abend sagen, was er tun soll, wird er sich wie ein Angestellter verhalten und nicht wie ein Unternehmer, also ohne Mut zum Risiko.“Quelle: Finleap
Erschienen in Ausgabe 4-2019Unternehmen & Management

Der stille Mythos Finleap

Ein Berliner Company-Builder auf der Überholspur

Von Maximilian VolzVersicherungswirtschaft

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„Erfolg weckt Interesse“, das ist in Kürze die Erfolgsgeschichte von Finleap, erzählt von Carolin Gabor, Chief Commercial Officer beim Unternehmen aus Berlin. Die vorläufige letzte Sprosse auf der Erfolgsleiter der Berliner war das Investment von Ping An. Bei genauem zuhören der Managerin kann viel über das Innenleben, die Herangehensweise und Expansionsplänen von Finleap gelernt werden. Das 41,5 Mio. Euro Investment der Chinesen in Finleap ist eine Anerkennung der Stärke der Berliner. Finleap baut Finanzunternehmen auf, die mit frischen Ideen und einer Menge Technik den Finanzsektor verändern wollen. Unternehmen wie die Solarisbank oder Element bieten eine Vielzahl an digitalen Angeboten, Infintec und Finreach Solutions offerieren als Plattformen unterschiedliche Tech-Services. Das Ziel ist Mehrwert für den Kunden, der sich in der Folge von den etablierten Finanzinstituten abwendet und mit seinen Finanzangelegenheiten zu einer Finleap-Tochter wechselt. Der Fachbegriff hierfür lautet Disruption, was die Berliner laut Investoren offensichtlich beherrschen. „Wie waren sehr erfolgreich beim Aufbau von Financial Services und haben eine sehr gute Bilanz vorzuweisen“, sagt Gabor. Was einmal war, dürfte Ping An zweitrangig sein. Das Investment zeigt, dass der Investor an das künftige Revolutionspotenzial der Berliner glaubt. „Ping An hat in uns investiert, weil sie der Meinung sind, das Finleap einen Beitrag zur Disruption des Finanzmarktes in Europa liefern kann", bestätigt Gabor. Andere Investoren sehen das ähnlich: Die Solarisbank hat über 100 Mio. Euro Investorenkapital eingesammelt, Clark 29 Mio. Dollar und Element weitere 29 Millionen.

Zuhören, verstehen, anwenden

Doch die Unternehmen sind nicht nur beim Geldsammeln erfolgreich, auch am Markt präsentieren sie sich für Jungunternehmen stark. „Clark hat sich als digitaler Makler durchgesetzt und die Konkurrenz hinter sich gelassen", nennt Gabor den Versicherungsmanager als Beispiel für die Entwicklung vieler Finleap-Sprösslinge: weg vom belächelten Exoten, hin zum anerkannten Marktteilnehmer. Die Solarisbank will 2019 das erste Mal Gewinn erwirtschaften und denkt offenbar über einen Börsengang nach, Element kooperiert mit Global-Playern. „Über unsere Unternehmen wie Solarisbank oder Element fassen wir mittlerweile auch außerhalb des klassischen Finanzdienstleistungsgeschäfts bei Unternehmen Fuß, die von ihrer bestehenden Industrie aus in die Finanzwelt eintreten wollen - zum Beispiel Element mit VW. „Das finden…