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Erschienen in Ausgabe 4-2019Unternehmen & Management

Bis der Letzte fällt

Egal wie digital Makler und Ausschließlichkeitsvermittler werden - gegen Pools und Vergleichsportale können sie im Neugeschäft nicht ankämpfen. Es gilt: noch mehr aus dem eigenen Bestand zu holen.

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Die Kompositversicherung ist mit einem tiefgreifenden Wandel konfrontiert. Die neue Digitalwelt wirkt auf alle Wertschöpfungsbereiche. Vor allem transparente und komplexe Preis-Leistungs-Vergleiche setzen die „teure“ Ausschließlichkeit unter Druck. Gleichzeitig entsteht eine vollkommen neue Versicherungswelt, weg von Sparten, hin zu stark internetbasierter Vermittlung. Dabei wird sowohl Vermittlung als auch Schadenregulierung immer stärker automatisiert. Viele Geschäftsmodelle müssen sich somit stark wandeln, wenn sie noch eine Chance haben wollen. „Versicherer sind dazu aufgerufen, sich entweder als aktiver Servicepartner an der Seite ihrer Kunden über ihre originären Produktangebote hinaus zu positionieren oder sich auf ihre originäre Kernkompetenz – die Risikoträgerschaft – zu fokussieren“, so ein Fazit der Studie „Die Zukunft der Kompositversicherung“, die Adesso Insurance Solutions 2018 veröffentlicht hat. Die Experten fordern eine intensive Auseinandersetzung mit neuen Entwicklungen und warnen vor einer Schockstarre, die den agilen neuen Wettbewerbern das Feld überlässt.
Ein Blick auf den Markt zeigt, dass längst Insurtechs das Ruder übernommen haben. Das gilt etwa für die Hypoport AG. Ihr Aushängeschild für den Versicherungsmarkt, die Smartinsurtech AG, hat mittlerweile etliche Softwarefirmen, wie NKK, Innosystems, Maklersoftware.com, IWM oder Volz übernommen. Gleiches gilt für den größten deutschen Pool, die Fondsfinanz mit seinem operativen Arm Softfair. In dieser Liga spielt auch Acturis mit Assfinet und Nafi. Zudem können virtuelle Versicherer auf einen langen Atem hoffen. So will Friday bis 2021 Deutschlands beliebtester Digitalversicherer werden. Seit der Gründung in 2017 haben die Berliner über 45.000 Neukunden für ihre Autoversicherung gewonnen, die vor allem auf einen Wenigfahrertarif setzt. Anfang 2019 konnte Friday von Sevenventures und Haupteigentümer, der Baloise Group, insgesamt 114 Millionen Euro für den Ausbau erhalten. Mitmischen dürfte zudem auch die Wefox Group, die mit der One Versicherung AG am deutschen Markt über Smartphone Versicherungen vertreibt und aktuell ein Investitionsvolumen von 110 Millionen Euro einsammeln konnte.

Ein Klick zum Preis-Leistungs-Vergleich

Über eine App werden derzeit bei One Hausrat- und Privat Haftpflicht angeboten. Schnell und einfach ist das Angebot schon. Doch dürfte es einem Vergleich kaum standhalten. Im Testfall für eine 100-QM-Wohnung in Düsseldorf kostet die Hausratpolice 220 Euro. Nur wenige…