Erschienen in Ausgabe 4-2019Unternehmen & Management

An der Mitgift lag es nicht

Aon sagt Megafusion mit Willis Towers Watson ab

Von Philipp ThomasVersicherungswirtschaft

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Nicht einmal 24 Stunden vergingen nach der vorsichtig formulierten Erlärung von Aon plc., man sei mit Willis Tower Watson in Gesprächen zu einer möglichen Übernahme und der Mitteilung, dass die Gespräche auch schon wieder beendet wurden. Willis ist mittlerweile eine Gesellschaft irischen Rechts und es gelten die dortigen Regeln, was Firmenübernahmen angeht. Nach ersten Gerüchten musste Aon zur Vermeidung von Sanktionen nach irischen Recht vorzeitig an die Öffentlichkeit gehen. Ob dies im konkreten Fall wirklich den Schutz der Aktionäre bewirkt, ist anzuzweifeln: der Willis-Kurs war am 5. März erst von 174 auf 185 US-Dollar emporgeschnellt und ein Tag später wieder auf 1,70 US-Dollar kollabiert. Es heißt Aon sehe sich angesichts der in Kürze über die Bühne gehenden Übernahme von JLT durch Marsh einigem Druck ausgesetzt im Makler-Duopol gleichzuziehen. Ob sich Willis als eine Braut mit Macken herausstellte, der geforderte Brautpreis zu hoch oder die zu realisierenden Synergien zu niedrig waren, ist unklar. Auch in kartellrechtlicher Hinsicht wäre eine derartige Transaktion nicht unbedenklich.
Die an der NYSE gelistete, aber rechtlich in London ansässige Aon plc. generierte 2018 einen Umsatz von 10,0 Mrd. Dollar. Die rechtlich in Dublin ansässige, aber ein Londoner head office aufweisende Willis Tower Watson kaumf auf ein Umatz von auf 8,5 Mrd. Dollar. Marsh McLennon hingegen lag bereits 2017 bei 14 Mrd. Dollar, zu denen auch noch die fast zwei Mrd. Dollar der zu fusionierenden JLT kommen werden. Willlis steht traditionell bei japanischen Rückversicherungszedenten an prominenter Stelle. Dummerweise läuft derzeit das japanische Vertragsrenewal auf vollen Touren. Die armen Willlis-Repräsentanten werden ihren durch das Fusions-Gerede wohl iritierten japanischen Geschäftsfreunde einiges an Erklärungen liefern müssen.

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