Im Beispiel 1 wird angenommen, dass zum 1. Januar 2018 eine Namensschuldverschreibung zum Preis von 105 Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren erworben wird. Der jährliche Zinscoupon beträgt 5 %, so dass jährlich 5 Euro Zinsen erzielt werden. Das gezahlte Agio von 5 Euro wird ratierlich über die Laufzeit aufgelöst, so dass unter Berücksichtigung dieses Korrektivs in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Ertrag von 4 Euro erzielt wird.
Im Beispiel 1 wird angenommen, dass zum 1. Januar 2018 eine Namensschuldverschreibung zum Preis von 105 Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren erworben wird. Der jährliche Zinscoupon beträgt 5 %, so dass jährlich 5 Euro Zinsen erzielt werden. Das gezahlte Agio von 5 Euro wird ratierlich über die Laufzeit aufgelöst, so dass unter Berücksichtigung dieses Korrektivs in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Ertrag von 4 Euro erzielt wird.Quelle: PwC
Erschienen in Ausgabe 4-2019Politik & Regulierung

Alles wieder auf Anfang?

Seit mittlerweile über fünf Jahren ist die steuerbilanzielle Behandlung von Agien und Disagien bei festverzinslichen Wertpapieren (u. a. bei Inhaber- und Namensschuldverschreibungen) zwischen der Finanzverwaltung und der Versicherungswirtschaft bei Betriebsprüfungen ein beliebtes und durchaus kontroverses Thema. Jüngst hat sich das BMF und daraufhin auch das IDW zu dieser Thematik geäußert, weshalb zuletzt wieder Bewegung in die Sache gekommen ist.

Von Till Hannig und Jakob ReinekeVersicherungswirtschaft

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Festverzinsliche Wertpapiere haben insbesondere für Lebensversicherungsunternehmen eine große Bedeutung. Dies liegt bekanntlich am Geschäftsmodell der (konventionellen) Lebensversicherung und dem Erfordernis, mit Blick auf etwaig garantierte Versicherungsleistungen langfristig stete Kapitalerträge erwirtschaften zu müssen. Aus diesem Grund sind festverzinsliche Wertpapiere, die langlaufende und möglichst planbare Renditen erzielen, eine beliebte Anlageklasse. Durch das nach wie vor andauernde Niedrigzinsumfeld ist es in den vergangenen Jahren am Sekundärmarkt vermehrt zu Investitionen in festverzinsliche Wertpapiere gekommen, bei denen ein Aufgeld (Agio) gezahlt werden musste, da der Zinscoupon eines neuerworbenen Wertpapiers häufig über dem Marktniveau lag. In der Praxis kommt es aber ebenso zu der Situation, dass der Zinscoupon unter dem Marktniveau liegt und der Erwerber mit dem Veräußerer einen Abschlag (Disagio) vereinbart. Ein Agio bzw. Disagio dient in beiden Fällen als Ausgleich für den vereinbarten Zins und dem Marktzins und stellt eine Feineinstellung des Zinses im Sinne einer zusätzlich geleisteten Vergütung für die Kapitalüberlassung dar, die die in Form laufender Zinsen gewährte Vergütung im Ergebnis korrigiert (Zinskorrektiv).

Anteil festverzinslicher Wertpapiere in der Kapitalanlage

Der Kapitalanlagebestand der Erstversicherungsunternehmen in Deutschland betrug im Jahre 2017 insgesamt etwa 1,9 Billionen Euro (in Buchwerten und ohne Pensionsfonds). Hiervon entfielen allein auf die Lebensversicherung 1,02 Billionen Euro sowie auf die Krankenversicherung als zweitgrößter Kapitalanleger ca. 274 Milliarden Euro. Der Buchwert der gesamten Kapitalanlagen der Erstversicherer (ohne Depotforderungen und Kapitalanlagen der fondsgebundenen Lebensversicherung) betrug 1,5 Billionen Euro. Hiervon entfielen auf Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 285,8 Milliarden Euro, auf Namensschuldverschreibungen 310,8 Milliarden Euro und auf Schuldscheinforderungen und Darlehen 169,6 Milliarden Euro. Zusammen machten die genannten festverzinslichen Wertpapiertypen etwas mehr als 50 Prozent der gesamten Kapitalanlagen aus. Die Bedeutung von festverzinslichen Wertpapieren in der Kapitalanlage der Lebens- und Krankenversicherer kann daher als dominant bezeichnet werden. Daneben spielen lediglich Kapitalanlagen in Investmentanteile mit einem Kapitalanlagevolumen von ingesamt 547,6 Milliarden Euro und einem Anteil von 36,2 Prozent eine…