Erschienen in Ausgabe 3-2019Unternehmen & Management

Fest etabliert, aber noch fehlen Standards

Im Zuge der Digitalisierung redet die Branche gerne von einer Vereinfachung der Produkte. Tarife der Neuen Klassik oder Indexpolicen kann sie damit nicht meinen: Hier herrscht Kraut und Rüben bei den Garantieelementen. Die Auswahl ist eine echte Herausforderung für den Vertrieb.

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Nach Angaben des GDV schreiben die Lebensversicherer 58 Prozent ihres Neugeschäftes inzwischen mit Tarifen mit modifizierten Garantien. Das sind im Wesentlichen Produkte der Neuen Klassik und Indexpolicen. Doch während sich diese Gattungen zunehmend etablieren, mangelt es unverändert an Standards. „An welchen Stellen die Garantien bei den neuen Produkten jeweils vermindert oder entfernt wurden, ist tarifindividuell sehr unterschiedlich“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. Für Kunden und Vermittler stelle die Auswahl der geeigneten Anbieter-Produkt-Kombination angesichts der vielschichtigen Überschuss- und Risikomerkmale weiterhin eine große Herausforderung dar. Von den 82 Lebensversicherern, die den deutschen Markt praktisch ausmachen, nahmen an der aktuellen Assekurata-Studie 54 (55) Gesellschaften mit einem Marktanteil von 78 (76) Prozent teil. Die Studie untersucht 30 Anbieter (Marktanteil 60 %) mit einem Neuen Klassik-Tarif und 14 Anbieter (Marktanteil 46,1 %) von Indexpolicen. Bis 2020 wollen die Neue Bayerische Beamten und die Provinzial Rheinland auch Neue Klassik und die Neue Leben eine Indexpolice anbieten.

Quelle: Assekurata

Keine Gewissheit auf mehr Gewinn

Bei der diesjährigen Analyse wurde die Laufzeitvorgabe nur für die Neue Klassik und die Indexpolicen auf 35 Jahre verlängert; bei der Klassik blieb es bei 25 Jahren. Einzelne Anbieter hätten bereits früher die Überschusswerte zum Mustervertrag mit 25-jähriger Aufschubzeit nicht liefern können, so Heermann. Damit seien die Vorjahreswerte sind nicht vergleichbar. Der Mustervertrag ist eine Private Rentenversicherung, in die jährlich 1.200 Euro vorschüssig eingezahlt werden. Versicherungs- und Beitragsdauer sind 35 Jahre. Es gibt unter anderem eine fünfjährige Rentengarantiezeit sowie die Rückerstattung der Beiträge bei Todesfall in der Ansparphase. Die Tarife der Neuen Klassik deklarieren für 2019 im arithmetischen Durchschnitt eine laufende Verzinsung von 2,40 (2,39) Prozent (gewichtet sind es 2,59 Prozent) – und liegen damit leicht unter der der Klassik. Hier kommt Assekurata über alle untersuchten Tarifgenerationen und Produktarten im arithmetischen Mittel für 2019 auf 2,49 (2,51) Prozent bzw. im gewichteten Durchschnitt auf 2,84 (2,85) Prozent. Vier Anbieter (Ideal, die beiden DEVK-Gesellschaften sowie die Württembergische) deklarieren mehr als im Vorjahr. Der Debeka Lebenverein hat seine Deklaration um 25 Basispunkte gesenkt. Die Spanne reicht von 0,9…