Quelle: Keil,R. Betriebsunterbrechungsversicherung, Ursachen, Wirkungen und Lösungen ,VVW GmbH, Karlsruhe, 2019, S.10.
Erschienen in Ausgabe 3-2019Politik & Regulierung

Wenn das Licht aus geht

Kein Unterbrechungsschaden gleicht dem anderen. Dabei kann die Bewertung der Risiken im Vorfeld den Unternehmen viel Geld ersparen. Hierbei hilft die „Sechs-Felder-Analyse“ als wichtiger Bestandteil des Risikomanagements.

Von Dr. Reinhard KeilVersicherungswirtschaft

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Wenn die Kraft, die das moderne Leben antreibt, ausbleibt und die Sicherungssysteme versagen, erstarrt die Welt prognostiziert M. Elsberg in seinem fiktiven europaweiten Stromausfallszenario, eine flächendeckende alle ökosozialen Systeme erfassende Betriebsunterbrechung tritt ein. Die am Beispiel des Stromausfalls dargestellten Auswirkungen im globalen Maßstab zu erfassen, ist ein Ansatzpunkt die Vielzahl der Verflechtungen und Abhängigkeiten in einer immer komplexeren Welt zwischen den Unternehmen, den Lieferanten, den Dienstleistern, den Versorgern und den Logistikern systemanalytisch aufzuarbeiten. Die Nutzung einer prozessorientierten ganzheitlichen Analyse der Algorithmen der Leistungserbringung bestimmt die unternehmensspezifischen Ursachen für die Betriebsunterbrechung und prognostiziert die direkten und indirekten Wirkungen auf die Ertrags- und Kostensituation des Unternehmens. Die Erfassung der Betriebsunterbrechungsrisiken setzt eine Strukturierung und Klassifizierung der Risikosituationen voraus. Eine Möglichkeit der Bestimmung der Betriebsunterbrechungsrisiken ist eine Zuordnung der Risiken nach den Risikofeldern der „Sechs-Felder-Analyse“ (Abbildung 1). 
Mit der „Sechs-Felder-Analyse“ wird ein ganzheitlicher systemanalytischer Betrachtungsansatz aller Produktions-, Liefer- und Leistungsprozesse, aller prozessbegleitenden und unterstützenden Querschnittsprozesse, der Datenverarbetungs- und Organisationsprozesse und der Analyse der internen und externen Risikofaktoren an den Leistungsstandorten gewählt. Gleichzeitig werden die auf diese Risiken wirkenden Gefahren und die Wirkungen ihres Eintritts erfasst und bewertet. Der unmittelbare Bezug zur Schadenhistorie der betrieblichen Unterbrechungsschäden wird hergestellt. Im Ergebnis der Analyse werden die Ursachen für denkbare Unterbrechungsschäden ermittelt, die Vollständigkeit der Abbildung betrieblicher Leistungsprozesse in betriebliche Ordnungen geprüft und geeignete Maßnahmen der Begegnung der Betriebsunterbrechungsrisiken erarbeitet.

Die „Sechs-Felder-Analyse“ – Methodik zur Bestimmung von Unterbrechungsrisiken

Die Voraussetzungen die betrieblichen Leistungsprozesse jeglicher Art kontinuierlich durchzuführen, besteht in der planmäßigen Verfügbarkeit aller betrieblichen Wirtschaftsgüter, technischen und finanziellen Ressourcen sowie dem Arbeitsvermögen des Unternehmens, die zur Leistungserbringung notwendig sind. Fehlen Teile des Betriebsvermögens oder bleibt dessen Verfügbarkeit teilweise oder…