Quelle: Element
Erschienen in Ausgabe 3-2019Märkte & Vertrieb

„In der Gewinnzone sind wir noch nicht ...“

Christian Macht, Generalbevollmächtigter Element Insurance, über strategische Ziele, wichtige Investoren und eine kluge Produktentwicklung

Von Elke PohlVersicherungswirtschaft

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Wie und durch wen wurde Element gegründet?

Hinter Element stand von Beginn an die Firma Finleap. Dahinter verbirgt sich das führende Fintech-Ökosystem mit Sitz in Berlin und einem Büro in Mailand. Finleap entwickelt Fintech-Unternehmen, ermöglicht den Zugang zu Startkapital, einem Netzwerk aus Investoren und erfahrenen Unternehmern sowie zu Kunden und Top-Talenten. Dort wurde erkannt, dass im Versicherungsbereich zwar das „Front End“ digitalisiert wird, im Hintergrund jedoch nicht selten noch die gleichen nicht-digitalen Vorgänge ablaufen. Diese basieren oftmals noch auf Techniken wie Fax, CSV-Dateien und nicht verbundenen IT-Systemen. Somit sind auch die Produkte dieser Anbieter nicht voll digital und haben lange Entwicklungszeiten. Auch Schadenmeldungen gestalten sich immer wieder umständlich für Kunden und Anbieter. Mit der Gründung von Element im März 2017 wurde das Ziel verfolgt, voll-digitale Versicherungsprodukte anzubieten, und zwar im Zuliefer-Prinzip. Wir sind also kein klassisches Berliner Startup, das von Null gestartet wird. Wir hatten von Anfang an eine bestimmte Größe und eine klare Zielsetzung. Das Gründungsteam konnte sich auf die wertschöpfenden Themen konzentrieren, ohne sich um die Anfangsfinanzierung oder Talentsuche kümmern zu müssen.

Zulieferung - das ist neu im Versicherungsbereich, oder?

Zumindest in der Ausprägung, in der wir sie offerieren – ja. Es gibt natürlich bereits Firmen, die einzelne Dienstleistungen zur Verfügung stellen, wie Betrugsbekämpfung oder Assistance. Aber ganze Versicherungslösungen im White-Label-Format, die die Versicherer wie eigene Produkte anbieten können, das ist in der Tat neu. Wir sehen großes Potential in der Digitalisierung von Versicherungsprodukten – allerdings nicht dadurch, dass wir in Konkurrenz zu etablierten Versicherern treten. Im Gegenteil: Indem wir für sie Produkte nach ihrem individuellen Zuschnitt und für ganz bestimmte Zielgruppen produzieren, tragen wir dazu bei, dass sie neben ihrer Marke ihre besondere Expertise – den Kundenkontakt und die Beratung der Kunden – ins Zentrum ihres Geschäftsmodells stellen können. Wir wollen nicht gegen, sondern für die Versicherungsunternehmen arbeiten. Damit unterscheiden wir uns grundlegend von anderen Insurtechs, die diese Konkurrenz suchen. Was den Gedanken der Zulieferung betrifft, sehen wir ein wichtiges Vorbild, auf welches wir immer wieder zurückkommen, in der Autoindustrie. Obwohl ein Auto jeweils von einer Marke mit starkem Markenbild verkauft…