Quelle: picture alliance/KEYSTONE
Erschienen in Ausgabe 2-2019Trends & Innovationen

Schadenprisma Januar 2019

Heftiger Schneefall sorgt für Chaos in den Alpenregionen

Von VW-RedaktionVersicherungswirtschaft

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Viele Menschen in Bayern, Österreich und der Schweiz hoffen auf ein Ende der Schneefälle und damit auf eine Entspannung der Gefahrenlage. Im Alpenraum wurden im Januar zahlreiche Menschen von der Außenwelt abgeschnitten, in Salzburg waren es teilweise 17.000 Menschen. Bei Verkehrsunfällen und Lawinenabgängen wurde zudem viele Tote geborgen. Der Lawinenschnee versperrte Straßen und drang in viele Hotels und Gebäude ein. 
Die Winterschäden dürften vor allem die österreichischen Versicherer teuer zu stehen kommen. So rechnet Kurt Svoboda, Vorstandschef der Uniqa Österreich und Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes, mit einer vergleichbaren Schadenbelastung wie 2006, „wo die österreichische Versicherungswirtschaft bei einem ähnlichen Schneedesaster rund 260 Mio. Euro an Zahlungen für Schneedruck und Schäden aus dem Schneedruck leistete.“ Allerdings haben die ersten Schadenbegutachtungen erst angefangen. Zudem werde das gesamte Ausmaß der Schäden wohl erst Ende März abschätzbar sein. Laut Versicherungsverband decke die Haushaltsversicherung alles ab, was im Haus passiert. Für Schäden am Haus beziehungsweise rund ums Haus sei die Gebäudesturmschadenversicherung zuständig. 
So rechnet allein die Wiener Städtische derzeit mit einer Schadenbelastung von rund fünf Mio. Euro durch die massiven Schneefälle der vergangenen Wochen. Angesichts der aktuellen Situation zieht der Versicherer ebenfalls eine Parallele zu den extremen Winterschäden im Jahr 2006. Damals hat die Wiener Städtische im Januar Schäden von mehr als vier Mio. Euro verzeichnet, insgesamt waren es im ganzen Winter 18 Mio. Euro. Bisher sei erst ein Bruchteil der Schäden gemeldet und gesichtet worden – „das wahre Ausmaß zeigt sich erst, wenn der Schnee wieder schmilzt“, sagt Vorstandsdirektorin Doris Wendler. „Doch auch das Tauwetter selbst ist gefährlich – der Schnee wird nass und schwer, die Last auf den Dächern steigt.“ 
In Bayern galt in den fünf oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Berchtesgadener Land für einige Tage der Katastrophenfall. Im deutschen Alpenraum wurde die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier ausgerufen. Zwar sind die Menschen in dem südlichen Bundesland Schnee gewöhnt, es kommen aber verschiedene Faktoren zusammen, die die Situation zurzeit so riskant machen. „Das ist auf jeden Fall eine außergewöhnliche Wettersituation“, erklärt der DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Weil es in den vergangenen Tagen…