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Erschienen in Ausgabe 2-2019Unternehmen & Management

Kollege Roboter, bitte übernehmen

Personalisierung mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) kann einen Wettbewerbsvorteil bedeuten. Doch wie weit ist der Prozess in der Versicherungswirtschaft fortgeschritten? Und was für Auswirkungen auf Arbeit und Angestellte hat KI? Wir haben uns in den Unternehmen umgehört.

Von Thomas SoltauVersicherungswirtschaft

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Immer dann, wenn es gravierende technologische Veränderungen gibt, stehen die Mahner bereit. So auch bei dem allgegenwärtigen Trendbegriff  "Künstliche Intelligenz". Physiker Stephen Hawking warnte vor seinem Tod, dass künstliche Intelligenz zu unserem Ende führen werde. In die gleiche Kerbe schlägt Tesla-Gründer Elon Musk, der KI sogar gefährlicher einstuft als Nuklearwaffen. Dass gerade versierte Experten die Gefahren der KI betonen, zeigt, wie selbst aufgeklärte Geister von der Urangst getrieben werden, dass Maschinen den Menschen verdrängen. Künstliche Intelligenz (KI) wird besonders die Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche in den nächsten Jahren drastisch verändern, weil sie inzwischen für nahezu jedes Entwicklungsfeld relevant ist. Dabei ist KI definiert als die Intelligenz von Maschinen, die durch die Nachahmung von kognitiven Funktionen des menschlichen Gehirns erzielt wird. Klassisch werden vor allem Algorithmen aus den Bereichen Machine Learning und Deep Learning damit assoziiert. Gerhard Hausmann, Entwickler von Expertensystemen der Barmenia Versicherungen sieht die neue Technologie als willkommene Unterstützung. „Wir nutzen KI zu Verwaltungszwecken, dort sehe ich keine Gefahr auf uns zukommen. Sehr wohl bestehen die Ängste. Wir sehen in China, dass die Bevölkerung durch Objekterkennung überwacht wird. Ebenso sind autonom handelnde Waffen in der Kriegsführung präsent. Im Grunde genommen ist es wie mit jeder Technologie: sie lässt sich für gute Zwecke nutzen, kann aber auch missbraucht werden.“

Versicherer nutzen mehr KI als Banken

Eines ist klar: Jeder technologische Wandel bedeutet Umstellungen für den Menschen. Und damit neue Chancen sowie Arbeitsplätze. Durch die Erfindung der Dampfmaschine wurde, wie oft vorhergesagt, keineswegs die Arbeitskraft überflüssig. Ganz im Gegenteil: KI könnte dabei helfen, die Arbeitsbedingungen humaner zu gestalten. Die geschickte Verbindung von emotionaler, sozialer und künstlicher Intelligenz ist die Blaupause für die Zukunft. Eine aktuelle Untersuchung der Frankfurt School of Finance & Management kam zu dem Ergebnis, dass die Verbreitung von KI in der Assekuranz bereits gegenwärtig größer scheint als im Bankensektor. Sei es in der Verbesserung der Customer Experience und Interaktion oder in der Optimierung interner Prozesse, wie etwa bei der Schadenbearbeitung – etwa durch intelligente Bilderkennung – oder dem Vertrieb. Gleichzeitig stellt der Einsatz von KI jedes Versicherungsunternehmen vor…