Martina Baptist, Henkel: „Privat scheitert ja mancher Interessent an der Gesundheitsprüfung - die Hürde wollten wir für unsere Mitarbeiter über die Kollektivversicherung nehmen."
Martina Baptist, Henkel: „Privat scheitert ja mancher Interessent an der Gesundheitsprüfung - die Hürde wollten wir für unsere Mitarbeiter über die Kollektivversicherung nehmen."Quelle: Henkel
Erschienen in Ausgabe 2-2019Politik & Regulierung

„Ich bin davon überzeugt, dass wir ein Vorzeigemodell entwickelt haben"

Martina Baptist, Leiterin Versorgungssysteme bei Henkel, über die Implementierung der ersten betrieblichen Pflegevorsorge in Deutschland

Von Sabine T. RuhVersicherungswirtschaft

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Warum führen Sie eine betriebliche Pflegeversicherung ein?

Laut Statistischem Bundesamt werden jede zweite Frau und jeder dritte Mann in Deutschland im Laufe des Lebens pflegebedürftig. Doch trotz dieses offensichtlichen Risikos haben nur rund 5 Prozent aller Deutschen eine Pflegeversicherung. Wir von Henkel schließen für unsere Beschäftigten jetzt diese Vorsorgelücke, indem wir ihnen ein Angebot machen, das zumindest in Deutschland bisher einzigartig ist.

Wie kam es dazu?

Das Angebot ergänzt unser attraktives Paket an betrieblichen Leistungen, die wir unseren Mitarbeitern bieten. Dazu gehören zum Beispiel eine betriebliche Altersversorgung, Mitarbeiteraktien oder auch private Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen.

… und in den letzten Jahren hat das Thema Pflege immer mehr an Bedeutung gewonnen …

Richtig, über unsere Abteilung Soziale Dienste haben wir mitbekommen, wie sehr das Thema auch unsere Mitarbeiter beschäftigt, vor allem wenn es um die Pflege von Angehörigen geht. Die Anfragen dazu überschreiten mittlerweile die Fragen zur Kinderbetreuung, die früher noch viel dominierender waren. Die demographische Entwicklung wird das noch verstärken. Deshalb wollten wir das Thema angehen - und haben das Konzept gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) im Rahmen eines Sozialpartnermodells entwickelt.

Was leistet die Pflegezusatzversicherung?

Über die Basisabsicherung sind alle teilnehmenden Mitarbeiter in Deutschland mit einem monatlichen Pflegegeld in Höhe von 1.000 Euro abgedeckt. Der Leistungsfall tritt ein, sobald ein Mitarbeiter in einen der Pflegegrade von Stufe 2 bis Stufe 5 eingestuft wird. Das gilt für die stationäre oder die teilstationäre Pflege. Zudem zahlt die Versicherung 300 Euro bei den Pflegegraden 2 bis 4 bei häuslicher Pflege. Das sind schon beachtliche Leistungen. Und wer will, kann für sich selbst bedarfsgerecht aufstocken. Zudem können Angehörige wie Ehepartner, Lebenspartner, Kinder oder Eltern mit abgesichert werden. Das Pflegegeld ist frei verfügbar und nicht zweckgebunden. Die Leistungen gelten lebenslang und weltweit.

Warum diese Konditionen - Stichworte Gesundheitsprüfung oder Mitversicherung bis hin zu Schwiegereltern?

Privat scheitert ja mancher Interessent an der Gesundheitsprüfung - die Hürde wollten wir für unsere Mitarbeiter über die Kollektivversicherung nehmen. Wenn Angehörige pflegebedürftig werden, ist das oft eine hohe Belastung für die Mitarbeiter - finanziell, aber vor allem emotional. Davor möchten…