Schrottplatz voller PS-Boliden: Je mehr Leistung ein Auto hat, desto höher ist die durchschnittliche Anzahl der Schäden.
Schrottplatz voller PS-Boliden: Je mehr Leistung ein Auto hat, desto höher ist die durchschnittliche Anzahl der Schäden.Quelle: wiesbaden 112 / flickr / Dennis Meißner
Erschienen in Ausgabe 2-2019Märkte & Vertrieb

Am Ende erwischt es jeden

Welcher Fahrer, mit welchem Auto öfter in ein Unfall verwickelt ist, lässt sich gut vorhersagen. Für die Prämienkalkulation nutzen die Kfz-Versicherer viele Merkmale. Nicht alle sind aber auch statistisch relevant. 

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die Zahl der insgesamt versicherten Jahreseinheiten nahm 2017 um gut 1,5 Prozent auf 44,0 Millionen PKW zu. Von je 1.000 PKW hatten 2017 (2016) statistisch 64 (65) einen Haftpflichtschaden. Der durchschnittliche Schadenaufwand erhöhte sich erneut um knapp 1,6 Prozent auf 3.451 Euro. Die gemeinschaftliche Kraftfahrtstatistik vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung und umfasst 99,82 Prozent der im deutschen Markt gebuchten Beitragseinnahmen in Kraftfahrt-Haftpflicht. Der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf betrug im Mittel 221 (220) Euro.
Gut neun Prozent aller Personenkraftwagen sind in der Kraftfahrzeug-Haftpflicht als Zweitwagen versichert. Für Zweitwagen gewähren viele Versicherer günstige Sonderkonditionen. Je nach Basis, auf der der Rabatt fußt, geht die Rechnung nicht auf – denn Zweitwagen sind kein gutes Risiko. Die Statistik zeigt nicht nur für das Jahr 2017, dass Zweitwagen nicht nur häufiger in Unfälle als Erstwagen verwickelt sind, sondern dass diese auch durchschnittlich teurer sind. Von je 1.000 Zweitwagen verursachten 68 (72) einen Haftpflichtschaden. Im Durchschnitt kostete dieser Schaden den betroffenen Versicherer 3.789 Euro – das waren fast elf Prozent mehr als die Haftpflichtschäden bei den Erstwagen. Für die Zweitwagen weist die Statistik einen Schadenbedarf von 275 (270) Euro aus; für die Erstwagen sind es 214 (213) Euro. Rund 85 Prozent der PKW sind als Erstwagen außerhalb einer Flotte versichert. Ihre Schadenhäufigkeit betrug 2017 wie im Vorjahr 63 je 1.000 Personenkraftwagen. Der Schadendurchschnitt lag bei 3.415 (3.368) Euro. Das Prämienmerkmal „Zweitwagen“ wird in der Jahresgemeinschaftsstatistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung erst seit 2014 erfasst: Vor vier Jahren lag ihr Anteil noch bei etwas unter acht Prozent, ihre Schadenhäufigkeit bei 73 und der Schadenbedarf bei 266 Euro. Im Vergleich kamen auf je 1.000 Erstwagen nur 62 Haftpflichtschäden – und der Schadenbedarf lag mit 200 Euro um ein Drittel unter dem Niveau der Zweitwagen.

Besser zu zweit als alleine

Eine wachsende Zahl an Versicherern bietet die so genannte Kleinflotten-Versicherung. Dies mag ein Grund sein, dass auch unter den PKW die Zahl der Flottenfahrzeuge zunimmt. 2017 waren 2,39 (2,26) PKW im Rahmen eines Flottenvertrages versichert; also gut jeder 20. PKW. In diesem…