Erschienen in Ausgabe 12-2019Trends & Innovationen

Allianz überrundet die Konkurrenz

Von VW-Redaktion

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Rund zwei Jahre, nachdem die Allianz verkündete, den Kern der teuer entwickelten Software „Allianz Betriebssystem“ (ABS) für Dritte zu öffnen, kommt nun der nächste Paukenschlag. Auslöser ist die Partnerschaft mit dem US-Riesen Microsoft. Wesentliche Teile von ABS sollen anderen Unternehmen der Versicherungsbranche auf deren Cloud-Servern angeboten werden. Darüber hinaus will die Allianz den Quellcode ihres Systems als Open-Source-Software offenlegen, um externen Entwicklern die Möglichkeit zu geben, neue Funktionen zu entwickeln und einzubauen. Die Partnerschaft beinhaltet einen Business-to-Business-Marktplatz für Softwareanwendungen, der Lösungen für Kunden aus der Versicherungswirtschaft „breit verfügbar macht“. Beispiele für Lösungen wären Kundendienst-Chatbots oder eine Betrugserkennung auf KI-Basis. Über den Marktplatz sollen Versicherungsanbieter die verfügbaren Lösungen mittels Plug-and-Play implementieren. Markus Göbel, Senior Communications Manager Data Applications and Infrastructure bei Microsoft, glaubt fest an Nutzen und Erfolg des Projektes. „Die ABS Enterprise Edition ist sowohl für große Versicherer als auch für kleinere Marktteilnehmer wie Insurtechs bestens geeignet. Durch die Bereitstellung einer quelloffenen, Cloud-basierten Versicherungsplattform und eines Marktplatzes für Softwareanwendungen werden wir die Innovation und Transformation in diesem Sektor vorantreiben.“ Die Partnerschaft der Unternehmen ist auf Dauer angelegt. Allianz will sich mithilfe des Bündnisses zum führenden Software-Anbieter für das Geschäft mit dem Risiko entwickeln. Der Softwareriese Microsoft beteiligt sich im Gegenzug an der Allianz-Tochter Syncier, die das konzerneigene Allianz-Betriebssystem verwaltet. Der Konzern hat demnach zehn Prozent an dem Start-up erworben. In der Vergangenheit hatte die Allianz öfter einmal IT-Probleme, verspricht aber Besserung. „Wir arbeiten intensiv an einer zukunftsfähigen und stabilen Lösung für unsere Infrastruktur. Nur so können wir unsere Serviceversprechen erfüllen“, berichtet der Versicherer.