Erschienen in Ausgabe 12-2019Trends & Innovationen

ZZR-Reform zeigt Wirkung

Von VW-Redaktion

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Bei 30 von 84 Lebensversicherern reichen die erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage im Jahr 2018 nicht aus, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve zu bedienen, berichtet Policen Direkt. Die betroffenen Unternehmen müssen dafür Erträge aus Risiko und Verwaltung in die Rechnung einbeziehen. Nur ein Versicherer schafft es auch mit Verwaltungs- und Risikogewinnen nicht, die Anforderungen zu erfüllen und zehrt damit von der Substanz. Die Reform der Zinszusatzreserve (ZZR) habe Wirkung gezeigt. „Für viele Versicherer wäre sie in der alten Form existenzbedrohend geworden,“ erklärt Henning Kühl, Chefaktuar Policen Direkt. „Durch den nun langsameren Aufbau der Reserve haben die Lebensversicherer jetzt Luft, Strategien zur Verbesserung ihrer Zukunftsfähigkeit weiterzuentwickeln.“ Lebensversicherer mussten statt 20 Mrd. Euro im Vorjahr lediglich sechs Mrd. Euro neu in die Reserve einzahlen. Die Garantieanforderungen konnten so um rund 24 Prozent gesenkt werden auf den damit niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

Der Markt indes ist längst weniger homogen als noch vor Beginn der Niedrigzinsphase. Mit Blick auf die Gesamt-Ertragsstärke wird deutlich, dass sich unter den 29 Gesellschaften, die über Risikogewinne und übrige Gewinne die Garantieanforderungen querfinanzieren, mittlerweile zahlreiche Biometriespezialisten befinden – die zwar tendenziell geringere Kapitalerträge erwirtschaften, dafür aber vergleichsweise höhere Risikogewinne.