Norbert Rollinger, R+V: "Mehr erhofft haben wir uns vom Sozialpartnermodell für die betriebliche Altersversorgung."
Norbert Rollinger, R+V: "Mehr erhofft haben wir uns vom Sozialpartnermodell für die betriebliche Altersversorgung."Quelle: R+V
Erschienen in Ausgabe 12-2019Schlaglicht

„Wir müssen über rein Monetäres hinausgehen und Bedürfnisse der Kunden in ihrer Gesamtheit adressieren“

R+V-Vorstandsvorsitzender Norbert Rollinger über Wachstum, Vertrieb und gefährliche Entwicklungen 

Von Michael StanczykVersicherungswirtschaft

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Wachstum durch Wandel streben Sie laut aktuellem Strategieprogramm an. Wo steht die R+V jetzt?

Wir werden insgesamt wieder ein erfolgreiches Geschäftsjahr haben, in dem wir den Zielen, die wir uns im Rahmen unseres Strategieprogramms „Wachstum durch Wandel“ bis 2022 vorgenommen haben, deutlich nähergekommen sind. Als besonderes Highlight und die erfolgreichste Produkteinführung, die die R+V je hatte, hat sich die zum Jahresbeginn eingeführte Mitglieder-Plus-Versicherung mit Cashback-Möglichkeit erwiesen.

Worum geht es dabei?

Die Mitglieder einer Genossenschaftsbank bilden ein Kollektiv, das bei gutem Schadenverlauf einen Teil der Prämien zurückbekommt. Damit setzen wir das Genossenschaftsmotto „Einer für alle, alle für einen“ in die Praxis um. Mehr als 175.000 Verträge haben wir bereits seit Januar 2019 abgeschlossen. Gut gelaufen ist 2019 auch wieder unsere Kfz-Versicherung. Hier setzen wir als drittgrößter Kfz-Versicherer Deutschlands verstärkt auch auf Mobilitätskonzepte der Zukunft, wie die Elektromobilität.

Wovon hätten Sie sich mehr erhofft?

Mehr erhofft haben wir uns vom Sozialpartnermodell für die betriebliche Altersversorgung. Als erster Anbieter haben wir hier im letzten Jahr zusammen mit unserem Partner in der Genossenschaftlichen Finanzgruppe Union Investment eine Zielrente auf den Markt gebracht. Die Resonanz seitens der Tarifparteien ist hier jedoch noch geringer als erwartet und die Abstimmungsprozesse gestalten sich langwierig. Dabei ist die gesellschaftliche Dringlichkeit einer zusätzlichen Altersvorsorge unverändert hoch. Genau das stimmt mich aber auch zuversichtlich, dass wir hier demnächst erste Abschlüsse sehen werden.

Positive Stimmung also …

Ich bin für das Jahr 2020 grundsätzlich optimistisch. Auch wenn die Rahmenbedingungen für die Versicherungswirtschaft herausfordernd bleiben, haben wir das Ziel, weiter über Marktniveau zu wachsen.

Das heißt?

Die R+V ist im Marktvergleich gut aufgestellt. Wir gehören seit Jahren zu den wachstums- und finanzstärksten Versicherern Deutschlands. Basis dafür ist unsere einzigartige Einbindung in die Genossenschaftliche FinanzGruppe sowie die traditionell sehr enge Vertriebspartnerschaft mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken. Viele Mitbewerber beneiden uns um diese einzigartige Allfinanzgruppe. Unsere zentrale Aufgabe, die uns auch in 2020 beschäftigen wird, ist es, unser erfolgreiches Geschäftsmodell zu transformieren. Nur mit einer konsequenten Kundenzentrierung können wir auch unseren zukünftigen Erfolg…