Erschienen in Ausgabe 12-2019Unternehmen & Management

Hoffnung auf bessere Zeiten

Der Weg zur goldenen Wohngebäudeversicherung führt über Plattformen

Von Maximilian VolzVersicherungswirtschaft

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Im Jahr 2018 leisteten die Versicherer in mehr als 2,6 Millionen Wohngebäude-Schadenfällen. Allein Unwetter verursachten Schäden von rund 3,1 Mrd. Euro. Die Einnahmen sind mit rund 7,6 Mrd. Euro hoch, die Ausgaben höher. So entstehen seit Jahren Schaden-Kosten-Quoten von über 100 Prozent, Ausnahme sind die Jahre 2016 und 2017.

Die Versicherer verlieren mit der Wohngebäudeversicherung Geld. „Seit der Zinswende muss in der Versicherungstechnik – gerade in den Massenschäden – Geld verdient werden. Das ist in der Wohngebäudeversicherung mehr als herausfordernd", erklärt Christian Frenzel, Director Business Development bei in4mo, einem auf Schadenprozesse spezialisierten Dienstleister. Experten glauben, dass in der Wohngebäudeversicherung eine Combined Ratio von unter 95 Prozent im Durchschnitt nötig ist, auch wenn einige Marktteilnehmer in den kommenden Jahren steigende Beiträge antizipieren.

Die Schadenaufwendungen in der Wohngebäudeversicherung werden höchst wahrscheinlich steigen, denn das Wetter wird extremer. „In Deutschland steigt insbesondere das Risiko von Hitzewellen und Dürren. Auch das Risiko von Flussüberflutungen hat in den letzten Jahrzehnten durch den Klimawandel zugenommen und wird mit fortschreitendem Klimawandel sehr wahrscheinlich weiter ansteigen, wenn der Hochwasserschutz nicht weiter verstärkt wird“, warnt der Klimaforscher Christian Otto. Mehr Extremwetter bedeutet steigende Schäden, besonders da in Deutschland viele Häuser seit Jahrzehnten nicht saniert wurden, was die Schadenanfälligkeit erhöht. Der schlechte Zustand der Häuser spiegelt auch wider, dass rund die Hälfte der Schäden auf Leitungswasser zurückzuführen sind.

Schadenmanagement und Preisanpassungen

Die Tarife sind aufgrund des hohen Wettbewerbs zwischen 110 Anbietern knapp kalkuliert. Steigen die Schäden in einem Jahr etwas stärker an, sind in den Tarifen meist eher geringe Sicherheitszuschläge einkalkuliert, sodass im Folgejahr häufig der Beitrag angepasst werden muss. Das kann dank Verivox und Co. schnell zum Kundenverlust führen.

Angesprochen auf Lösungen für die Misere in der Wohngebäudeversicherung erklärte Klaus Zehner, Vorstandsmitglied der Sparkassenversicherung, gegenüber VWheute kurz und knapp: „Schadenmanagement und Preisanpassungen". Da eine Preiserhöhung für ein einzelnes Unternehmen nicht einfach ist, bleibt als schnellere Lösung die Kostenreduktion.

Aufgrund fehlender Standardisierung von Reparaturmaßnahmen, beispielsweise im Vergleich zur Kfz-Versicherung, ist…